Mit Impact-Investments die Welt verbessern: Tina Dreimann von better ventures (#3)

Shownotes

Herzlich willkommen zu „Lifeline“ – dem Podcast, der die inspirierenden Lebensgeschichten außergewöhnlicher Persönlichkeiten beleuchtet. In dieser Episode spricht Host Sachar Klein mit Tina Dreimann, Co-Gründerin von better ventures, über ihre Mission, durch nachhaltige Investments die Welt positiv zu verändern.

Tina erzählt von prägenden Momenten ihres Lebens, von ihrer Kindheit auf dem Land bis hin zu Erfahrungen in den USA und Costa Rica, und wie persönliche Verluste ihre Perspektive geprägt haben. Darüber, wie sie – entgegen all ihrer Vorurteile – zunächst in einer Beratung landete, bevor sie Mutter wurde und erfolgreich Beruf und Familie vereinte.

Tinas Leidenschaft für Nachhaltigkeit und digitale Geschäftsmodelle führte schlußendlich zur Gründung von better ventures, einem Angel-Club für Impact-Startups. Tinas Optimismus inspiriert zum Vorwärtsblicken und zeigt, dass Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit sehr gut vereinbar sind. Dies ist nur einer ihrer Treiber, die wir zum Schluss analysieren.

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Tinas musikalische Inspiration: Monty Python - Always Look On The Bright Side Of Life (https://www.youtube.com/watch?v=X_-q9xeOgG4)

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Transkript anzeigen

[0:00] Und ich habe so die Angewohnheit, immer nach vorne zu gucken. Das heißt, vor uns liegt noch ein ganz großer Berg, den wir erklimmen wollen. Gleichzeitig, wir haben mal kürzlich auch zusammengefasst auf Papier, was wir schon erreicht haben und dann dreht man sich um und sieht so, huch, wir sind ja doch schon ganz weit oben. Und ich glaube, ich hätte, weniger hätten mir das erzählen können, dass wir sowas Tolles aufbauen.

[0:21] Music.

[0:31] Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von LiveLine. Mein Name ist Sacha Klein. Ich bin Gründer und Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Hyper. Unsere Mission ist es, VisionärInnen und ihrem unternehmerischen Wirken öffentlichen Raum zu geben. Ein Teil unserer Arbeit ist es, die Menschen, für die wir tätig sein dürfen, so richtig kennen und verstehen zu lernen. Warum das wichtig ist? Gerade in frühphasigen Unternehmen, aber auch in Unternehmen ohne ein physisches Produkt, das man vorzeigen kann, ist es sehr wichtig, die Vision eines Unternehmens klar und deutlich zu machen. Und das funktioniert am besten über die Persönlichkeit einer Gründerin oder einer anderen Person aus dem Unternehmen. Wir bei HEPA arbeiten daher mit der Lifeline. Einem Instrument, bei dem wir nicht nur die Biografie eines Menschen kennenlernen, sondern auch seine Motivatoren und Treiber. Heute widmen wir uns dem Leben und dem Wirken von Tina Dreimann. Sie ist Co-Gründerin und Geschäftsführerin von Better Ventures. Ihre Mission ist es, eine bessere Welt zu schaffen. Das tut sie, indem sie UnternehmerInnen all das zur Verfügung stellt, was diese zum erfolgreichen Schaffen benötigen.

[1:44] Kapital, Know-how, Sparing und ein gutes Netzwerk. Anders als andere GeldgeberInnen setzt Better Ventures auf ein richtiges Netzwerk. Wir sprechen hier über 70 aktive Angels, also erfahrene und erfolgreiche UnternehmerInnen, die mit ihrem Kapital und vor allem mit Rat und Tat zur Seite stehen.

[2:06] Better Ventures investiert ausschließlich in Impact-Startups, also nur in Unternehmen, die die Welt verbessern können. Denn, und das ist Tina Dremmann ganz wichtig, sie ist überzeugt, dass UnternehmerInnen am ehesten die Möglichkeit haben, unseren Planeten Erde zu retten und unser Leben zu verbessern. Für ihr Wirken wurde sie 2023 als Investorin des Jahres ausgezeichnet.

[2:30] Music.

[2:54] Ist, auf Erfahrungen aufzubauen und sie in positive Energie umzuwandeln. Liebe Tina, dieses weise Stück Erfahrung stammt nicht aus einem Abreißkalender, sondern von dir. Deswegen, was hast du damit gemeint? Das Wichtige ist, du hast ein ganz tolles neues Podcast- Format hier ins Leben gerufen, entlang der Lebenslinie. Und man sollte da ja der positiv und negativ beeinflussende Ereignisse über das Leben hinweg eintragen. Und ich konnte nichts Negatives finden.

[3:31] Und wichtig ist natürlich, es gibt Tiefschläge im Leben. Und trotzdem habe ich auch aus den düstersten Momenten positive Dinge mitgenommen. Ja, auf ein paar düstere Momente werden wir gleich zu sprechen kommen. Das lässt sich wahrscheinlich im Laufe eines noch sehr jungen Lebens, wie es in deinem Fall bisher bestritten wurde, nicht vermeiden. Und trotzdem hast du ja eine sehr positive Art und Weise, zumindest rückblickend optimistisch und positiv auf Dinge zu schauen. Lass uns einmal schauen, wie sich dein Leben bis heute entwickelt hat und was dich zu dem Menschen gemacht hat, der du heute bist. Du bist vor einigen Jahren im Süden Deutschlands geboren, wenn ich mich nicht täusche. Und kannst du vielleicht so die ersten Jahre beschreiben, in was für einem geografischen Umfeld du groß geworden bist? Weil anders als ich stammst du ja nicht aus einer Großstadt. Mhm. Ich finde, da fängt das große Glück des Lebens schon an, wie es einen trifft. Und ich finde, ich habe sehr viel Glück gehabt. Ich bin südlich von München in einem, ich sage mal, sehr natürlichen Umfeld aufgewachsen, auf dem Dorf. Damals gab es noch mehr Kühe als Menschen in einem sehr unterstützenden Elternhaus. Meine Eltern waren beide Übersetzerinnen und Übersetzer.

[4:51] Und dementsprechend könnte man sagen, ich bin behütet und gleichzeitig in einer schönen Welt aufgewachsen. Und wie ich dich, also ich habe das große Glück im Gegensatz zu unseren HörerInnen, die dich jetzt erst ein bisschen besser kennenlernen werden in diesem Gespräch, sofern sie dich nicht schon von anderen Ereignissen kennen, aber wie ich dich kenne, hast du wahrscheinlich viel Zeit draußen in der freien Natur verbracht. Absolut. Wir hatten viele Tiere als Familie. Hunde, Katzen, Hühner, sogar mal einen Fuchs, den ich großgezogen habe. Und dementsprechend hat es mich nachmittags dann auch immer rausgezogen. Da lag ich in der Wiese, habe Bücher gelesen und Ameisen und Gräser angeguckt. Also sprich wirklich sehr bodenständig im Grünen aufgewachsen. Wenn man dich als Kind gefragt hätte, was du später werden möchtest, was hättest du den Menschen auf diese Frage geantwortet? Ich hatte keine Ahnung.

[5:50] Es gab ganz unterschiedliche Phasen. Einmal wollte ich Pilot werden, um die Welt zu entdecken. Dann dachte ich mir, ja, ich will ja Familie, den eh dann doch nicht. Ich wollte Meeresbiologin werden, dachte ja, aber mit Familie auf dem Boot ist auch nicht so einfach. Da gab es ganz viele Ideen, bin jetzt aber ganz zufrieden mit dem Weg, den ich dann gegangen bin. War dir schon immer klar, dass du eine Familie haben möchtest, was du gerade gesagt hast in Bezug auf ein Leben auf dem Boot? Tatsächlich schon vor dem Studium hatte ich mir das so vorgestellt, ja. Stark. Vor dem Studium hattest du allerdings eine tolle Möglichkeit, die sich dir geboten hat. Du bist für ein Jahr, wenn ich mich nicht täusche, ins Ausland gegangen und bist in den USA zur Schule gegangen. Und das ist deine erste Station in deiner Lifeline, die du beschrieben hast. Vielleicht kannst du uns so ein kleines bisschen mitnehmen, warum wolltest du eigentlich in die USA, wo bist du gelandet, was sind die Erfahrungen, die du dort gemacht hast? Von erzählt, dass sie in den USA Warum wollte ich da hin?

[7:18] Nicht passiert. Ich hätte mich wahrscheinlich... Wahrscheinlich nicht weiter dafür eingesetzt, aber mit der Abenteuerlust und der Neugier bin ich dann damals mit 16 nach Wisconsin, also oben in die Mitte in den USA und hatte eines der besten Jahre meines Lebens, insbesondere weil ich dort sehr viel Sport in der Schule gemacht habe, tolle Leute kennengelernt habe und auch diesen amerikanischen Spirit so ein bisschen eingeimpft bekommen habe. Da hängt überall, wie auch in den klassischen Highschool-Filmen, der Positivismus an den Wänden, wie you're the author of your own life story etc. Und generell auch dadurch, dass ich von zu Hause weg war, war das so ein bisschen wie so ein Fernseher, um da reinzugucken, wie verhalten die sich und also, oh, so habe ich mich auch mal verhalten, das gefällt mir gar nicht. Und dadurch habe ich sehr, sehr viel über mich selbst gelernt, durch diesen Abstand und vor allem auch, dass es mein Leben ist. Und all das, was ich tue, auch Noten etc., mache ich nicht für Lehrer, mache ich nicht für meine Eltern, sondern es ist mein Leben.

[8:14] Du hast ja gerade schon so ein bisschen die ländliche Struktur deiner Kindheit beschrieben. In was für einer Umgebung warst du in Wisconsin? Ich musste ehrlicherweise gerade mal parallel Google Maps öffnen, um zu schauen, dass Wisconsin zum Teil zumindest am Lake Michigan liegt, zum Teil am Lake Superior und Milwaukee die größte Stadt von Wisconsin ist. Also in the middle, würde ich sagen. Und das Leben spielt nicht immer so, wie man es sich wünscht. Ich dachte mir da so als Schülerin, Kalifornien, Florida, irgendwo an den Strand und dann war ich in der Mitte in einem sehr agrikulturgeprägten Land. Und als allererstes war ich tatsächlich für ein halbes Jahr auch auf einem Bauernhof mit Pferden und bin Highschool-Rodios geritten. Wirklich? Ja.

[9:06] Mit Flöhen im Bett. Und du hast gewonnen. Ich habe auch manchmal gewonnen, aber nicht immer.

[9:11] Ich bin auch einmal im Zaun gelandet. Also ganz unterschiedliche Erlebnisse. Aber du kannst dir die Tina tatsächlich wirklich mit einem Cowboy-Hut, einer schicken Bluse und so einer dicken Gürtelschnalle und Cowboy-Stiefeln vorstellen. Stark. Okay, das hätte ich mir tatsächlich nicht vorstellen lassen. dessen.

[9:31] Worauf muss man achten, wenn man dann auf so einem Gaul sitzt und er versucht, einen abzuwerfen? Das Wichtige, es gibt Männer- und Frauen- Rodeo. Die Männer werden abgeworfen, die Frauen machen Barrel Racing, also tatsächlich so Rennen. Ah, okay. Slaloms, also mit krassen Kurven, da muss man aufpassen, dass man nicht umfällt und hat so Schienbeinschoner an, weil die Tonne neben einem steht. Krass Du hast gesagt, du hast deinen Cousin bewundert und ich habe mir die Frage gestellt, was muss ein Mensch, an Fähigkeiten in sich vereinen dass du eine solche Person bewunderst Mhm.

[10:16] Das ist eine gute Frage. Ich glaube tatsächlich einfach, weil es dieser größere, coole Typ auf dem Motorrad war, der ab und zu zu uns aufs Land gefahren kam und immer nett zu mir war. Und das hat also da angefangen, dass da so eine positive Beziehung zu ihm da war, zu Florian. Und es hat dann sich später fortgesetzt, weil er tatsächlich das gleiche studiert hat wie ich vor mir, zehn Jahre vor mir, mich damit inspiriert hat und auch Unternehmer, Gründer im Silicon Valley war. Und da habe ich natürlich auch noch ganz viel von ihm gelernt. Stark, okay, wow. Das heißt, hast du als kleines und vielleicht auch dann später größeres Mädchen davon geträumt, deinen Cousin Florian zu heiraten? Nein.

[11:07] Das hätte ja sein können und dir ein Leben mit ihm auf dem Boot vorgestellt und gesagt, der Florian ist nicht seetauglich und deswegen, okay. Okay, du bist aus den USA zurückgekommen und hast dich wieder in dein heimisches Umfeld eingegliedert, bis dann dich tatsächlich ein, ich weiß nicht, ob man das Schicksalsschlag nennen soll, ereilt hat. Nämlich dein Vater ist gestorben, als du auf jeden Fall noch sehr, sehr jung warst. Nämlich du warst 19 und vielleicht kannst du uns so ein bisschen erzählen, was da eigentlich passiert ist. Welche Auswirkungen das auf dich hatte?

[11:52] Ich würde sagen, der Schicksalsschlag ist schon mehr als ein Jahr davor aufgetreten, nämlich mit der Krebsdiagnose. Und das ist natürlich gerade in einer unbeschwerten Zeit und Phase, wenn man ein Abitur macht, ein ganz schöner Schocker, könnte man sagen. Und dann hat man auf einmal ganz andere und neue Herausforderungen. Und gleichzeitig bin dankbar, dass ich diese Zeit hatte. Wir hatten mehr als ein Jahr, um uns noch besser kennenzulernen, um uns mehrmals zu verabschieden und seitdem lebe ich viel bewusster. Ich sage meinen Kindern jeden Tag, dass ich sie lieb habe und gleichzeitig hat mir das auch immer sehr viel Druck gegeben, etwas Gutes aus meinem Leben zu machen.

[12:38] Ja, das glaube ich dir. Und um nochmal da einzutauchen, wie passiert sowas, das ist Ich bin ganz plötzlich damit konfrontiert, erst mit der Krankheit, zweitens natürlich dann mit der Frage, wird das was? Und das streckt sich über sehr, sehr lange Zeit und das, während man gerade einen sehr wichtigen Schritt in der Schule macht und andere auf Partys feiern, dadurch war ich sehr einsam auch. Ich hatte super gute Freunde und trotzdem hatte ich das Gefühl, es versteht mich niemand mehr.

[13:14] Hattest du auch das Gefühl, dass du Dinge nicht machst, die du eigentlich gerne gemacht hättest? Die Partys, die du gerade angesprochen hast? Also hast du in der Zeit auf irgendetwas verzichtet, was für dein Alter angemessen wäre, um einfach mehr Zeit mit deinem Vater zu haben? Also das definitiv. Ich habe sogar tatsächlich den Schritt nach Passau noch nicht gewagt. Mir war klar, ich will auch Kulturwirtschaft studieren, wie mein Cousin. Und ich bin dann extra erstmal in München geblieben und habe dort ähnliche Fächer gewählt, damit ich hier bin und bei ihm sein kann, ihm Rückhalt geben kann.

[13:55] Das war ja trotzdem eine Zeit, in der du, also du hast es ja gerade schon ein bisschen angedeutet, in der jeder Tag oder zumindest auf einem bestimmten Zeitpunkt jeder Tag der letzte hätte sein können. Ich habe das selbst jetzt fairerweise nicht ganz so nah, aber mit meiner Oma erlebt, die einfach sehr, sehr alt geworden ist und eines natürlichen Todes mit 95 gestorben ist, also nicht an einer schlimmen Krankheit, wie das bei dir der Fall gewesen ist. Und trotzdem war es so, dass es über Monate ich immer gedacht habe, okay, das hier heute könnte das letzte Mal sein und es war ganz oft nicht das letzte Mal und ich weiß nicht, ob es, beruhigend im positiven Sinne war oder auffüllend im negativen Sinne, weil ich dann irgendwann auch so ein bisschen mir die Frage gestellt habe, wir könnten das jetzt auch schon noch Jahre machen und auch in deinem Fall Ärzte irren sich ja auch manchmal mit ihren Prognosen und Und inwiefern war dann der Tod am Ende für euch auch als Familie eine Erlösung?

[14:54] Also bevor ich auf die Frage eingehe, bis wir dort waren, war es schon auch eine Achterbahnfahrt. Es war eine Erstdiagnose mit Operationen in der Hoffnung, dass man das lösen kann. Dann quasi ein Rückschlag mit einem Krebs an einer Stelle, der nicht operabel ist, mit Bestrahlung der Krebskirche zurück. Dann dachte man, das kann man vielleicht doch operieren. Wieder gewachsen. Also das heißt, es war ein großes Auf und Ab, ohne jetzt ein sofortiges Okay, morgen ist es vorbei zu haben. Und ich kann mich aber noch sehr gut an die Zugfahrt von Passau erinnern, wo ich dann wusste, okay, das ist jetzt wirklich das letzte Mal. Das ist so, als ob es gestern gewesen wäre. Und ich stimme dir voll zu, wenn du einen Menschen so hast leiden sehen, und es ist halt leider nicht wie im Kinofilm, wo das alles so ganz nett ist zu sterben. Und da sitzt dann jemand am Bett und das ist wunderschön. Sondern es ist sehr grausam. So ein Tod in so jungen Jahren. Also mein Vater war 60. Über lange Zeit. Und deswegen, ja, ich habe erstmal nicht geweint, als er dann verstorben war. Ja.

[16:15] Du hast gesagt, dass dieses Ereignis etwas aus dir gemacht hat und dass du zum Beispiel deinen Kindern jeden Tag sagst, dass du sie liebst und dass du bewusster lebst. War dir das vom ersten Tag an bewusst, mit diesem Ereignis, dass du dachtest, okay, ich möchte jeden Tag dafür nutzen, irgendetwas dazu beizutragen, die Welt in einem besseren Stadium zu hinterlassen, als ich sie vorgefunden habe?

[16:50] Ich denke gerade an meine Kindheit zurück, weil ich hatte schon immer diese schöne Fähigkeit, die kleinen Dinge des Lebens zu genießen. Ein Blatt, das in den Wind wackelt, der Fluss, der glitzert. Und das Traurige war, das war eine Weile weg.

[17:08] Also tatsächlich mit dem Tod war eher so, da fehlte dann plötzlich was Schützendes hinter mir. also hinter den Schultern und tatsächlich war diese Kunst auch für eine Weile verloren gegangen. Und es hat schon auch eine Zeit gedauert, diese Freude, Lebensfreude wieder zurückzuholen. Ja, mein Opa ist gestorben, da war ich 27 und das glaubt man wahrscheinlich nicht, aber das ist doch schon eine ganz schöne Weile her. Leider auch ich bin irgendwie jetzt ein Mit-40er. Und ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich das Gefühl habe, an ihn zu denken. Und es fühlt sich nicht so richtig an, als wäre er weg, sondern als wäre er nach wie vor ein Teil meines Lebens. Ist das etwas, was du mit deinem Vater auch hast, dass du dir die Frage stellst, wie würde er in meiner Situation jetzt verfahren?

[18:09] Mhm, also das ist ein sehr guter Punkt. Lustigerweise habe ich erst gestern mit meinem Sohn darüber gesprochen, weil meine Söhne haben auch plötzlich ihre Großmutter verloren und das nimmt sie natürlich noch sehr mit.

[18:26] Ich habe gesagt, auch wenn der Tod meines Vaters jetzt 20 Jahre her ist, ist er immer noch bei mir. Ich kann ihn jederzeit zu mir rufen, einen innerlichen Dialog füllen. Ich habe auch wieder das Gefühl, da ist Rückhalt da. Und ich hoffe, dass ich nicht dement werde, aber ich kann mich an alles noch so erinnern, als ob es gestern gewesen wäre. Und da sind ganz viele Weisheiten, Humor und positive Themen, die mir Rückhalt geben, inklusive Träume tatsächlich sogar manchmal.

[19:03] Du bist dann den Schritt gegangen, den du zu Lebzeiten deines Vaters nicht gehen wolltest. Du bist nämlich tatsächlich nach Passau studieren gegangen. Und vielleicht kannst du uns einmal so ein bisschen deine Überlegungen einführen, Warum dieses Studienfach, abgesehen von der Tatsache, dass dein Cousin das quasi dir vorgelegt hat? Was hat dich dazu bewogen, das studieren zu wollen? Die Grunderwartung, dass ich wieder ins Ausland gehen kann und dass es sehr divers aufgestellt ist, dass ich Geografie kombinieren kann mit Kultur, Sprachen und BWL, VWL. Also ich hatte schon immer sehr viele Interessen und dieser bunte Blumenstrauß an Fächern hat mich sehr angezogen und die Gewissheit, dass ich wieder ein Abenteuer im Ausland erleben darf. Ja, ich habe dir vorhin schon die Frage gestellt, hast du dir überlegt, was du eigentlich werden wolltest? Hast du dir eigentlich überlegt, was du werden wolltest, als du dich für dieses Studienfach entschieden hast? Ich wusste nur, was ich nicht werden wollte. Nämlich? Ich habe gesagt, ich werde alles, nur keine Beraterin, weil das sind arrogante Schnösel. Und du weißt, was nach dem Studium kam. Fast forward, du bist genau das geworden, absolut. Und ich werde sogar behaupten, dass du das bis heute auch in gewisser Weise bist, aber dazu kommen wir ja sehr viel später.

[20:30] Welche Erfahrungen hast du mit Beratern oder BeraterInnen gemacht, dass du überhaupt zu diesem vielleicht auch voreiligen Urteil gekommen bist? Also was hat denn dein Bild von dieser Branche bestimmt? Die Medien. Ich kannte keinen einzigen. Okay, also ein klassisches Vorurteil. Genau, nennen wir es gerne Vorurteil. Ich hatte das Glück, über das Studium hinweg sehr integere, nette und auch engagierte Berater und Beraterinnen, eher Berater, Frauen gab es damals noch nicht so viele, kennenzulernen und dann zu merken, vielleicht ist es ja doch ein spannendes Berufsfeld. Spannend.

[21:37] Bedeutet hat. Also es ist schön, dass ich habe so schnell meine Kurse gemacht, dass ich gleich mehrmals ins Ausland konnte. Ich habe in England studiert. Warst du so eine Streberin? Ja, war ich. Definitiv. Du kommst ja aus Bayern. Was für ein Abitur hast du gemacht? Ich sage mal, nur eine 1.6, weil das die schlechtesten Noten, die ich je hatte, wegen der, ich sage mal, Familiengeschichte. Und ein 1,3er Diplom. Das war sehr, sehr gut.

[22:12] Ja gut, ich meine, jetzt muss man auch fairerweise dazu sagen, ein 1,6 Abi in Bayern wäre, glaube ich, ein 1,3 Abi in Hessen.

[22:21] Also tatsächlich, hättest du in Hessen studiert, wäre das, glaube ich, genauso umgerechnet worden. Und ein 1,4 Abi in Berlin. Insofern gibt es wahrscheinlich nichts, weswegen du dich auch nur in irgendeiner Weise rechtfertigen musst. Kehren wir zurück zu deinen vielen zu schnell absolvierten Scheinen, was dir die Möglichkeit gegeben hat, ins Ausland zu gehen. Genau, also schnell absolviert und Ausland, wir hatten gerade England, tolle Erfahrung. Ich habe auf Mallorca Praktikum gemacht. Ich habe in Neuseeland in der deutschen Botschaft gearbeitet und eben in Costa Rica in einer Sprachschule gearbeitet und mich um Schildkröten gekümmert. Waren die Schildkröten Teil deiner Jobdescription? Nein, ich habe mir das dann extra dort vor Ort noch gesucht. Und das war eine sehr schöne Zeit, weil ich einerseits natürlich gearbeitet habe, andererseits auch viel reisen konnte in einem noch sehr, ich sag mal, unberührten Land.

[23:23] Im Regenwald, mit Papageien und Tapieren. Und Tapien, der Tapie ist aktuell das Lieblingstier meines Sohnes, weswegen er auch unbedingt nach Südamerika möchte, in den Amazonas, um den Tapie zu sehen. Hätten wir einen Familienwappen, wäre es der Tapie. Das Lieblingstier meines Mannes. Es ist nicht zu spät, einen Familienwappen in Auftrag zu geben.

[23:51] Du hast in deinem Leben vieles erlebt, mitgemacht, durchgemacht. Nichtsdestotrotz hast du dich entschieden, diese Station als besonders prägend darzustellen. Was löst es denn dir aus, wenn du heute an die Zeit in Costa Rica zurückdenkst?

[24:10] Ich fühle die warme Sonne auf der Haut und dass ich durchatmen kann und den Genuss der Natur. Also ich bin dort sehr viel, sehr bodenständig unterwegs gewesen, am Strand geschlafen und habe dort aber gleichzeitig gemerkt, dass wir Menschen die Welt auch kaputt machen. Und das hat mir damals sehr wehgetan. Also gerade bei den kostarikanischen Schildkröten durfte ich einerseits nachts die Eier einsammeln, um sie zu schützen und tagsüber musste ich sie aber wieder ausgraben, weil sie verkocht waren und nicht wegen uns, weil wir irgendwie blöd gewählt haben, sondern weil es einfach einer der heißesten Sommer war, die es je gegeben hat. Ich hatte in der Schule auch schon Erdkunde-Leistungskurs. Wir haben das Thema Klimawandel schon vor über 25 Jahren behandelt. Und es hat sich damals schon abgezeichnet. Und ich so, ups, es geht etwas schief. Ich liebe die Welt, ich liebe die Natur, ich möchte was dagegen tun.

[25:11] Dass wir sie verlieren. So wie du es jetzt gerade beschreibst. Also ich denke jetzt einfach mal mit meinem klischeebehafteten...

[25:23] Vorurteilen und Bilder in deinem Kopf. Ich hätte ja gedacht, du gehst zu einer NGO. Oder, mein Gott, Drew, du bist unternehmerisch getrieben. Du startest ein Unternehmen, das sich auch meinetwegen mit einem profitorientierten Ansatz verschreibt, Tiere zu retten. Ob nun in Costa Rica oder woanders. Es ist ganz anders gekommen. Du bist in eine Unternehmensberatung gegangen, wie du es gerade schon geteasert hast. Warum? Also warum die Beratung? warum nicht diesem Pfad folgend etwas für die Umwelt zu tun? Tatsächlich wollte ich zum Wildlife-Fonds. Da gab es die ideale Berufsbezeichnung im Economist. Das war damals so eine einseitige Anzeige, wo ich mir dachte, ui, das bin ich. Nur leider stand da 10 Jahre Berufserfahrung und in der zweiten Zeile stand Managementberatung. Und ich habe mich damals sogar noch proaktiv dort beworben, aber keinen Zugang bekommen. Das war ja auch noch sehr viel weniger digital. Sondern eher analog mit Büchern. Und der zweite Punkt, warum nicht Unternehmerinnen? Wir haben damals in der Uni noch Management gelernt. Also diese Option, man kann auch selber ein Unternehmen aufbauen, wurde bei uns leider nicht propagiert. Und ich hatte auch, außer jetzt meinem Cousin Ausland, noch gar nicht so viele Vorbilder im Umfeld.

[26:44] Glaubst du, das ist jetzt eine sehr hypothetische Frage, aber glaubst du, es wäre anders gewesen, Wenn du mehr Vorbilder gehabt hättest, ganz gleich, ob männlich oder weiblich, Also definitiv. Vorbilder ist der eine Punkt. Das liegt jetzt gar nicht nur daran, dass es sie nicht gegeben hat, sondern eher daran, dass wir noch nicht so den digitalen Zugang dazu hatten, sondern es gab Zeitschriften, es gab ein Buch, es gab Vorträge an der Uni. Und jetzt kann ich natürlich überall auf LinkedIn suchen, auf Instagram.

[27:20] Oftmals ist sogar aus meiner Sicht die Auswahl für die jetzigen Absolventen und Absolventinnen zu groß geworden. Gerade wenn ich auch mit Kollegen, Kolleginnen der Altersklasse spreche, sind sie noch verunsichert bei der großen Auswahl. Wohin gehe ich denn jetzt? Also das war für uns damals aus meiner Sicht sogar ein bisschen einfacher und eingeschränkter. Das ist ja das Parkinson's-Prinzip, je mehr Möglichkeiten du hast, desto komplizierter wird es de facto. Genau. Du bist bei Bain gelandet. Das ist wahrscheinlich nicht ganz einfach gewesen, da reinzukommen, aber am Ende vielleicht ja dann eben auch der Weg des geringsten

[27:56] Widerstandes zu sagen, ich mache etwas, was mir alle Türen offen hält. Und ich vermute, dass das in etwa auch dein Gedankengang gewesen ist, warum es eine Unternehmensberatung geworden ist, um hinterher zum WWF gehen zu können. Genau, so tatsächlich, wo es in der Anzeige stand, das war das eine. Und weil ich Bain auch auf einem Recruiting-Event kennengelernt habe und gemerkt habe, das sind ja sehr bodenständige und coole Leute dort. Dann gab es noch einen Artikel, wo Beratung als Sprungbett beschrieben wurde und dass man damit ein sehr gutes Netzwerk aufbaut.

[28:29] Und so ging es dann tatsächlich in die Beratung und da bin ich auch stolz drauf, weil ich ja quasi als Exotin dort eingestiegen bin. So wurde ich auch gehandhabt als Kulturwirtin. Habe dann mit einem anderen BWLer zusammen Cases geübt, um da dann auch zu bestehen und bin glücklich, dass ich es damals geschafft habe und sie mir ein Angebot gemacht haben.

[28:51] Gab es in deiner Zeit bei Bain und vielleicht für diejenigen, die Beratung grundsätzlich nicht so ganz gut kennen, anders. Kannst du den Menschen, die nicht wissen, was BeraterInnen eigentlich tun, vielleicht mal in aller Kürze beschreiben, was macht deine Tina Dreimann bei Bain & Company?

[29:09] Nennen wir es mal Projektarbeit, basierend auf den Bedürfnissen eines großen Unternehmens. Mein allererstes Projekt war zum Beispiel kundenzentrierte Feedback-Loops bei einer großen Bank. Und warum machen das große Firmen? Damit sie in kurzer Zeit ein starkes Denk- und Umsetzungsteam mit reinholen. Also etwas, was oft in der Organisation, die ja mit tagtäglichen Dingen beschäftigt ist, nicht sofort macht. Das heißt Bain, vor allem Strategieberatung. Wir haben immer Wachstumsthemen gemacht zum Glück. Und ich habe dort auch Private Equity, Grundhandwerkszeug gelernt. Hm.

[29:52] Gab es irgendwann den Moment in deiner Zeit bei Bain, als man zu dir sagte, Tina, geh ins Unternehmen XYZ und sich dein Magen zugezogen hat und du gedacht hast, nee, das, also sowas möchte ich einfach nicht machen, ich möchte nicht, dass die erfolgreicher sind und ich ihnen auch noch dabei helfe, dass die unter Umständen die Umwelt, den Planeten Erde noch weiter in Mitleidenschaft ziehen? Hm. Und ich hatte den Moment zum Glück nicht. Ich wusste aber sehr genau, dass ich nicht auf ein Zigaretten-Team möchte. Also als Anti-, als Nichtraucherin und mit Krebs in der Familie, auch wenn es überhaupt nichts mit Zigaretten zu tun hat, wusste ich so, da habe ich keine Lust drauf. Ich hatte aber im Gegenzug dazu ein ganz tolles Projekt, ich würde es fast schon Impact nennen, nämlich ging es um personalisierte Medizin, damals schon für Diagnose.

[30:51] In zum Beispiel starken, auch Krebsfällen waren es damals oder anderen Krankheiten. Also da waren ganz tolle Themen dabei, sehr divers, konnte viel lernen in unterschiedlichsten Industrien und für die Zeit bin ich sehr dankbar.

[31:10] Du bist nicht, ja. Ich habe noch einen wichtigen Impuls, weil das klingt jetzt immer so rosig, im Sinne von positive Selektionen, Rückblicken zu Costa Rica. Ich habe da auch mit Kakerlaken geschlafen und bin wegen einem Stinktier in meinem Zimmer in eine Hängematte gezogen. Also sprich, das klingt alles wunderschön, war es auch. Gleichzeitig kommt auch jede einzelne Station mit spannenden Herausforderungen, die es zum Meistern gab und das natürlich auch bei Bain. Also während ich da viel gelernt habe, arbeitet man natürlich auch einfach die ganze Woche durch, kriegt wenig Schlaf und zahlt in Anführungsstrichen natürlich auch für diese Ausbildung, die man da erfährt. Ja, das war dann wahrscheinlich in dem Moment gar nicht so lustig und heute rückblickend schaust du mit ein bisschen mehr Gelassenheit zurück auf die Kakerlaken, oder?

[32:10] Ja, auch damals habe ich es mit Würde ertragen, würde ich jetzt mal sagen. Wenn sie da ist, ist sie da. Ich bin nicht schreiend davon gelaufen, das ist nicht meine Art. Ja, du bist auch für den nächsten Lebensereignis und so muss man es ja tatsächlich auch bezeichnen, nicht schreiend davon gelaufen. Es gibt ja schon auch durchaus Menschen, die sagen, ein Kind kommt zu früh, ein Kind kommt zu spät, das passt gerade nicht. Nämlich du bist schwanger geworden in einer Zeit, in der du bei Bain wahrscheinlich gerade so die ersten richtig großen Schritte auf der Karriereleiter genommen hast und dann wurdest du Mutter. Und ich stelle mir jetzt so eine Unternehmensberatung und das Leben mit Kindern nicht ganz einfach vor, das unter den Hut zu bringen. Und nicht, weil du eine Frau bist, sondern auch grundsätzlich, wenn man als Mensch, als Elternteil Zeit mit seinen Kindern verbringen möchte, ist es wahrscheinlich nicht das beste Konstrukt.

[33:10] Das Wort Mutter klingt mir jetzt in dem Fall viel zu negativ. Ich wollte immer vor 30 Mutter werden und das habe ich geschafft.

[33:20] Ist das lustig, mit Köfferchen schwanger auf ein Projekt zu fahren? Ich würde sagen, mittelmäßig. Das Gute ist, wir haben es gemeinsam geplant. Wir wollten Familie und ich habe schon Projektleitung gemacht, wurde aber nie Case-Team-Leader, weil ich in dem Sinne rausgegangen bin. Ich hatte auch schon das erste Projekt, um wieder bei Bain zu starten, weil, wie gesagt, ich auch sehr viel Positives dort mitgenommen hatte und sie mich da stark gefördert haben als Mitarbeiterin. Und de facto hatte ich einfach nur Glück, dass ich in der digitalen Branche eine Führungskraft in Teilzeit ergattern konnte. Es gab es damals noch nicht viel Teilzeitführungspositionen und da habe ich das Glück beim Schopf gepackt. Du hast es tatsächlich betont mit der Teilzeit.

[34:13] Das ist, ich meine, jetzt ist seit der Geburt deines ersten Kindes, wenn ich mich nicht täusche, 13 Jahre vergangen. Und ich habe das Gefühl, dass wir zwar viel öfter über Teilzeit sprechen und grundsätzlich über unterschiedliche Arbeitsmodelle für Männer, für Frauen, für Mütter, für Väter, für Personen des dritten Geschlechts, für Familienkonstellationen jedweder Art. Und irgendwie scheint es trotzdem noch nicht so die ganz normale gelebte Realität in Deutschland zu sein, dass man ein Unternehmen führen kann, dass man eine Führungsposition in dem nicht klassischen 40-Stunden-pro-Woche-Modell begleiten kann. Wie hast du das seitdem erlebt in deinen unterschiedlichsten Positionen, die du nach Bain hattest?

[35:00] Also ich habe, gerade als die Kinder kleiner waren, immer in Teilzeit Führungspositionen inne gehabt und die konnte ich sehr gut steuern, weil gerade wenn du in der Führung bist, kannst du natürlich selber definieren, was steht im Fokus, was mache ich selber, wie baue ich das Team auf, damit ich die Ziele erreichen kann. Das heißt, ich propagiere sehr stark, Teilzeitführungspositionen zu schaffen. Es hilft einem sogar noch stärker zu priorisieren, was ist wirklich wichtig. Und also ich kann in dem Sinne nur Positives dazu berichten. Wichtig ist halt, dass man darauf achtet, dass es wirklich Teilzeit ist, weil man ja zwar immer 100% des Hirns gibt und man aber aufpassen muss natürlich, dass man dann nicht zu viel.

[35:52] Abstriche macht beim Gehalt für den Job, den man auch wirklich leistet. Ja. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber in dem Moment, als Als ich Vater wurde, hatte ich ein konstantes Schuldgefühl allen Gruppen um mich herum.

[36:08] Angefangen meinem Sohn, meiner Frau gegenüber, auch meinen Mitarbeitenden und KollegInnen gegenüber, unseren Auftraggebenden gegenüber, dass ich nicht genug da bin, dass ich nicht genug bin. Und selbst wenn ich dann in irgendeinem Szenario drin war, dann war ich auch mit dem Kopf immer auch mindestens in einem anderen Konstrukt drin. Ging es dir auch so? Denn nach Kind Nummer 1 folgte bei dir recht schnell Kind Nummer 2. Hast du das auch so empfunden mit der Verantwortung bei Bane? Also...

[36:49] Das ist eine gute Frage. Ich glaube, dieses Gefühl von nicht genug kommt jetzt gar nicht nur durch neue Rollen. Und natürlich tritt es das Gefühl noch stärker hervor, wenn man entscheiden muss, wie verbringe ich meine Zeit zwischen sehr unterschiedlichen Rollen. Dieses Gefühl von ich bin genug fängt ganz früh in der Sozialisierung an und ich versuche da sehr viel mit meinen Kindern dran zu arbeiten, dass sie wissen, sie sind gut so wie sie sind und können gleichzeitig noch viel mehr machen und ich finde es interessant, dass du das auch hattest oder vielleicht auch immer noch hast gerade in Bezug auf, Vater sein, weil damals war bei mir der Eindruck so.

[37:33] Alles was ich mehr im Job mache, da bin ich eine schlechtere Mutter versus bei meinem Mann alles, was er mehr in der Familie macht, da ist er ein besserer Vater. Also so soziale Normen und da auch manchmal abgestraft zu werden und in unterschiedlichen Rollen zu stecken. Ich habe den Eindruck, dass jetzt über die letzten über zehn Jahre sich das verschärft hat, weil sogar auch noch jetzt ein höherer Druck auf den Männern auch noch lastet. Ja. Und das mitzutragen und gleichzeitig, da verweise ich jetzt mal auf Michelle Obama, es gibt unterschiedliche Kapitel im Leben. Also wir müssen weg von der Vorstellung, dass wir immer in allen Bereichen gleichzeitig 150 Prozent geben können. Das geht mathematisch nicht auf.

[38:26] Ja, dem ist so, dem ist so. Du bist dann ja nicht bei Bane geblieben und vielleicht kannst du uns ein kleines bisschen erzählen und das muss ja nicht in ein Bane-Bashing übergehen, aber was hat dich dazu veranlasst, einen anderen Weg einzuschlagen? Mhm. Also es wird auch kein Bane-Bashing, weil Bane hatte schon das erste Projekt für mich, wo ich wieder gestartet wäre, auf das ich mich gefreut habe. Und dann war es eher Zufall, dass jemand gesagt hat, hey, wir suchen bei Friendscout gerade eine Führungskraft in Teilzeit. Und da bin ich eher auf die Chance aufgesprungen. Es hat sich eine Tür geöffnet, mehr als dass ich eine geschlossen habe. Und für den Schritt, der war essentiell für mich, weil ich dadurch natürlich raus aus Beratung hin zum Machen noch mehr kam. Haben, auch wenn Bain auch schon mal eine sehr starke Hands-on-Mentalität hatte, aber bei Friendscout hatte ich eine Business-Owner-Rolle und habe dann die Liebe zu den digitalen Geschäftsmodellen und zu Teamführungen, zu Business-Entscheidungen und Skalierungen entdeckt. Habe da innerhalb von nur einem Jahr eine Online-Dating-Plattform von 1 auf 4 Millionen Euro skaliert und natürlich wahnsinnig viel gelernt und auch neue Dinge oder andere Dinge Dinge, die man in Beratungsprojekten lernt.

[39:52] Was war das andere? Was war das andere? Das andere, was ich gelernt habe? Ja, genau.

[40:00] Menschen zu führen, sehr diverse Menschen zu führen. Also bei der Beratung sind sehr viele selbstmotivierte, intrinsisch motivierte, schlaue. Die klassischen Overperformer? Ja, Menschen.

[40:15] Und auch in einem agilen Team sind Oberperformer, aber du hast halt sehr diverse Persönlichkeiten. Nicht nur den Berater, sondern du hast auch Entwickler, die eher introvertiert sind, Kreative, die die Visuals mitbringen, zahlengetriebene Marketeers, dann Controlling, mit dem man arbeitet, die VPs, die was von dir wollen. Also es ist sehr viel diverser geworden und ich hatte das Gefühl, dass ich da auch meine Stärke hin, mich anzupassen und unterschiedlich zu kommunizieren, noch mehr ausspielen konnte und vor allem auch dieser Wunsch, Entscheidungen zu treffen, selbst zu wirken, in so einer Rolle sehr, sehr gut bedient wurde. Du hast gerade gesagt, deine Stärke, dich anzupassen. Ist es deine Tina-Dreimal-Secret-Source? Das ist eine gute Frage. Eine der Stärken würde ich auf alle Fälle sagen. Ich glaube, das habe ich schon häufig unter Beweis gestellt in unterschiedlichsten Kulturräumen, mit sehr unterschiedlichen Menschen.

[41:26] Ich gehe gern auf die Einzelpersonen ein und verstehe das, was sie bewegt und kann mich dementsprechend auch, glaube ich, ganz gut, gar nicht nach ihnen richten, aber auf die Wellenlänge kommen, um etwas zu bewirken. Ja. Du bist dann, ja, nicht kurz bei Friendscout gewesen. Es waren ja knapp drei Jahre, die du da gewesen bist. Und dann, mitten im Jahr 2015, hast du dich entschieden, etwas ganz anderes zu machen. Ja, oder vielleicht auch nicht. Wie man sieht, wenn Friendscout Menschen zusammengebracht hat, oder das ja zumindest der Sinn und Zweck von Friendscout gewesen ist und nach wie vor ist, ist dein nächster Arbeitgeber dann das richtige Unternehmen gewesen, um Menschen, die zusammengeführt wurden, vielleicht auch die Möglichkeit zu geben, anderen Menschen davon zu berichten, dass man zusammen ist, um zu versuchen, das in irgendeiner Weise zu übersetzen. Was hat dich zur Kartenmacherei gebracht? Das ist jetzt eine natürliche Weiterentwicklung entlang der Lebensphase der Kunden entdeckt. Was hat mich da hingebracht? Also erstens, ich war nicht ganz so lange bei Friendscout, weil da zählt natürlich auch noch die Elternzeit mit rein.

[42:48] Und ich konnte damals auch zurück zu Friendscout, die wurde aber zweimal verkauft. Das heißt, es war eindeutig, dass es ein Unternehmen im Umbruch war. Und dann habe ich geguckt, was gibt es denn noch so für digitale Geschäftsmodelle und warum digital? Ich habe tatsächlich Spaß daran gefunden, dass man alle Zahlen hat.

[43:11] Bei digitalen Geschäftsmodellen sehr viel Tracking, Nutzerzahlen, Transparenz. Du hast ja auch referenziert, dass du ja den Umsatz bei Friends Code von einer auf vier Millionen angehoben hast. Also Zahlen empfindest du als Hilfe und nicht als Bedrohung. Nee, es macht Spaß mit Zahlen zu arbeiten. Vor allem, wenn sie dir helfen, einen besseren Weg zu finden. Und das ist bei digitalen Geschäftsmodellen leichter als bei klassischen. Und deswegen dachte ich, ja gut, das macht Spaß, das will ich weitermachen. Ich habe tatsächlich eher nach der Fahrbahnnähe gesucht. Also welche digitalen Unternehmen gibt es denn noch in einem bestimmten Umkreis? Also Familie, wir hatten ganz klar einen neuen Lebensmittelpunkt für uns gefunden. Und da ist tatsächlich das Unternehmen von einem ehemaligen Kollegen aufgekommen, die Kartmacherei. Kartmacherei kennt man als gebootstraptes, mit eigenen finanziellen Mitteln aufgebautes Familienunternehmen. Und da war ich dann damals die erste Führungskraft in Teilzeit, Mitarbeiterin Nummer 66, mit dem Motto, ja, das probieren wir jetzt mal aus. Und zum Glück waren wir dann auch schon ein paar Jahre später als Arbeitgeber für Frauen von Brigitte prämiert. Das war offensichtlich, da habe ich da keinen allzu schlechten Job gemacht und über mehrere Jahre dann mit Familie Behn und dem Führungsteam.

[44:38] Unternehmen weiter skaliert und auch da wieder sehr viel gelernt, weil ich sehr unterschiedliche Bereiche ownen durfte und oft das gemacht habe, was als nächsten Schritt Sinn gemacht hat und gar nicht, was mir jetzt einen Titel beschert hat, sondern ein guter Springer, um auch zur richtigen Zeit die richtigen Themen voranzutreiben. Ja, das gerade die Familie Bain erwähnt und ich glaube, das ist tatsächlich etwas, was für deinen weiteren Weg bis heute nicht ganz unwichtig gewesen ist. Ich nehme an, Christoph Bain war auch der ehemalige Kollege von Bain, auf den du gerade referenziert hast, um zur Gratmacherei zu gehen? Genau. Okay. Also was hat dich an der Arbeit mit ihm gereizt? Was hat dich an der Kartenmacherei tatsächlich gereizt, abgesehen vom geografischen Aspekt und abgesehen von der Tatsache, dass du da in Teilzeit führen durftest? Also ich hatte damals unterschiedliche Optionen und ich habe mich für die Kartenmacherei entschieden, weil ich wusste, das ist unternehmergeführt. Warum war dir das wichtig? Richtig.

[45:46] Die Friendscout hing unter der Deutschen Telekom. Und da war klar, da kommen manchmal bestimmte Themen reingespielt, die man machen muss. Und man weiß ja nicht wieso und man kann auch mit niemanden argumentieren. Und bei einem Besitzer des Unternehmens ist ganz klar, wer Mitentscheidungen treibt und wenn ich mich wenden muss, um gewisse Dinge zu verändern oder zu bewegen. Und das hatte für mich einen sehr, sehr großen Anreiz, wo ich sage, okay, da kann ich wirken, da kann ich mit einer sehr smarten Person arbeiten, die noch dazu sehr starke Werte vertritt.

[46:23] Starke Werte sind, glaube ich, tatsächlich ein ganz wichtiger Aspekt, weil irgendwann hast du gesagt bei der Kartenmacherei, ja, schön und gut, dass wir jetzt hier den Menschen ihre schönsten Momente auf Papier nach Hause schicken und sicherstellen, dass sie für immer eine Möglichkeit haben, eine Erinnerung daran zu haben und diese Erinnerung auch im Dritten teilen zu können. Aber ich würde gerne noch was anderes versuchen zu initiieren. Vielleicht kannst du uns so ein kleines bisschen die Genese von dem, was du heute machst, mitnehmen und auch erzählen, wie dieser Weg aussah. Weil dort, wo du heute bist, ich glaube, das kann man relativ gut nachlesen. Du wirst auch gleich noch etwas dazu erzählen, aber das war ja kein linearer Prozess. Ja, das war ein langer Weg der Erkenntnis, würde ich mal sagen. Sekunde, für dich oder für dein Umfeld? Am meisten für mich, mich besser kennenzulernen und vor allem auf mein Bauchgefühl zu hören. Weil offensichtlich hatte ich ja den Jackpot, also einen tollen Job in Teilzeit mit fantastischen Produkten, einen sehr coolen Kollegen, Kolleginnen. Da kann man ja nicht meckern, in dem Sinne. Und noch dazu haben wir ja nicht nur schöne Produkte gebaut, sondern auch noch ein ganz tolles Arbeitsumfeld für Mitarbeiter.

[47:51] Und ich war da auch mit federführend in der sogenannten New Work Kultur. Also das heißt auch ein gutes Umfeld für, für Mitarbeiter, Kollegen, Kolleginnen aufzubauen, um wirken zu können. Und das hat mir natürlich sehr viel Spaß gemacht. Ich habe zum ersten Mal auch meine Unibücher wieder rausgekramt, weil es dann da angeschlossen hat. Und da habe ich mitgestaltet. Und gleichzeitig kam dann so alle vier Monate so ein Bauchkrummeln oder ich würde sagen fast schon Unzufriedenheit oder Frustration, Druck, den ich mir selber gemacht habe, weil ich mir dachte, ja gut, Tina, du wolltest ja nicht mal die Welt retten.

[48:30] Und New Work ist es halt noch nicht ganz. Das wird jetzt nicht die größten Probleme unserer Zeit lösen. Das ist auch wichtig. Also frauenfreundliches Arbeiten, Remote Kultur, Menschenzentrismus, auch alles ganz, ganz wichtig. Aber it's not gonna move the needle. Und deswegen war das immer wieder mal hochgekommen und ich habe dann angefangen, mich umzugucken und durch Glück ein paar Coaching-Fragen gefunden. Also ich hatte da auch einen regelmäßigen Austausch mit einer Freundin, die eben so ein bisschen im Umbruch war. Und die schönsten Fragen, die ich damals gefunden hatte, waren von David Randall, der Autor von Freak Factor. Und diese Fragen haben nichts, aber auch gar nichts mit dem Job zu tun. Und die haben mir damals geholfen. Ich habe die in sehr viel Ruhe bearbeitet. Ich habe auch das Buch Big Five for Life gelesen. Also was sind so die wiederkehrenden Werte? Habe meine eigenen Werte erarbeitet, wenn ich dann irgendwann mal noch Zeit hatte. Also es war ja auch ein sehr volles Leben mit Job und Familie und Co. Deswegen hat das auch eine Weile gedauert, glaube ich. Aber um nochmal auf die Fragen zurückzukommen von David Randall ist, what are you addicted to?

[49:46] What do you need? What can't you live without? What do you do too much, too often and for too long? Und dann als allerletztes, how can you build on your addiction and become the best?

[49:59] Und da stand interessanterweise das, was ich heute mache.

[50:04] Na dann erzähl mal, was machst du heute? Ich habe Better Ventures mitgegründet und wir sind ein Angel-Club, der in frühphasige Impact-Startups investiert. Also damals mein Satz war, ich möchte gerne ein blühendes Netzwerk aus Eco-Ventures aufbauen.

[50:23] Und dann dachte ich, ja, ja, das klingt nach mir. Auch mit dem, was ich gelernt hatte. Und tatsächlich war das aber nicht der sofortige Schritt. Es ist nicht so, dass ich hier mein Dokument erstellt habe und dann den Stift fallen lassen habe und dann ging Beta Ventures los.

[50:36] Sondern diese Erkenntnis war sogar noch zwei Jahre, bevor wir dann Beta Ventures ausgegründet haben. Es war eine sehr wilde Zeit, die Kinder noch klein. Mein Mann und ich beide gearbeitet. Eher sehr tief im Job drin, wo klar war, also ich bin die, die Teilzeit arbeitet. Ich kann jetzt nicht selber gerade gründen. Oder ich kann schon, aber es gibt ja für alles eine gute Zeit. Und es hat mir aber dann dazu geholfen, dass ich, als es darum ging, werde ich jetzt CPO, also People Officer, Nein gesagt habe. Sondern gesagt haben, nee, ich baue lieber neue Geschäftsmodelle mit dir auf. Also in dem Fall mit Christoph, weil dann lerne ich schon mal für das, was ich selber vorhabe. Und das dachte ich mir, das mache ich jetzt einfach so lange hier in dem sicheren und bezahlten Umfeld, bis ich dann meine eigene Idee gefunden habe und dann mache ich den Schritt nach draußen. Und ich hätte mir damals nie erträumt, dass dieser Schritt dann sogar gemeinsam mit Christoph und meinem Kollegen Cedric passiert.

[51:42] Ich glaube, es ist nicht ganz unwichtig, dass wir da vielleicht auch nochmal auf Christoph eingehen, weil es ist ja nicht so, dass du bei der Kratmacherei hingeschmissen hast und gesagt hast, ich verfolge das jetzt, das hast du gerade schon beschrieben. Du hast ja deinen Chef quasi mitgenommen und zu einem Partner gemacht mit Cedric zusammen, habt ihr zu dritt gegründet. Und ich stelle mir so ein bisschen die Frage, was hast du für Argumente gefunden, dass er auch für sich sagt, okay, war cool die Reise hier mit der Kartenmacherei und dann später ja auch Celebrate als Gesamtkonstrukt, das ihr da aufgebaut habt. Ich widme mich jetzt erstmal Aber einem anderen Thema Nämlich wie wir schaffen können Unternehmerisch die Welt zu retten Mhm, Also das Wichtigste war Disruption.

[52:34] Und es gibt einen guten Spruch von Ray Dalio, nämlich Pain plus Reflection equals Progress. Der Schmerz, der uns damals passiert war, ist, dass die Ventures, die wir gemeinsam für die Kartenreihe aufgebaut hatten, waren sehr stark durch Corona betroffen. Und das heißt, dass wir da nochmal einen Schritt zurückgegangen sind und in einer Zeit von Schock und Freiheit und auch sehr viel unternehmerischer Kunst da voranzugehen, uns besonnen haben und gesagt haben, okay, was ist das eigentlich wirklich wichtig? dich. Wer ist gerade die Lösung? Draußen brennt die Hütte. Nicht nur mit Corona, sondern auch mit Klima. Wer ist die Lösung und wie können wir diese Menschen beschleunigen? Und für uns sind das Gründer und Gründerinnen, die aktuell die größten Probleme für uns lösen mit skalierbaren Geschäftsmodellen. Das war so der.

[53:30] Kerngedanke, den wir nicht mal auf Papier geschrieben haben, weil es war ja Corona, auf einen Slide gepackt haben.

[53:35] Und dann in einer Zeit, wo wir natürlich durch Pausieren der Ventures, eins haben wir noch verkauft, Also da haben wir sehr viel Umbruch gehabt, wo wir dann die gestalterische Freiheit hatten, etwas Neues zu entwickeln und vor allem diese Idee dann, der Grundgedanke, Anstups von Christoph würde ich sagen, aber die Idee wirklich im Team gemeinsam entwickelt haben, sodass dann wirklich ein Prozess entstanden ist und wir dann über oder nach einem halben Jahr zusammen gesagt haben, okay, das machen wir jetzt, das gründen wir zusammen aus. Und das macht ihr ja seitdem auch sehr erfolgreich. Wie viele Beteiligungen oder in wie viele Startups, in wie viele GründerInnen-Teams habt ihr seitdem investiert? Wir haben jetzt über 40 Investments schon gemacht in einem Zusammenschluss aus über 70 erfahrenen Unternehmern und Unternehmerinnen, die nicht nur Kapital in der frühen Phase weitergeben, sondern vor allem auch ihre eigene Erfahrung. Und wir sind immer gestartet mit, die, die es schon mal gemacht haben, sind die besten Beschleuniger oder Beschleunigerinnen. Und nach vier Jahren und auch einer Doktorarbeit in dem Bereich kann man sagen, hey, das ist es und das ist ein Geheimrezept.

[54:46] Hm, jetzt ist es ja tatsächlich so, dass du gerade mal wieder zwei Zahlen genannt hast, insofern deine Vorliebe für Zahlen, da auch durchdringend nämlich mehr als 40 und über 70, mehr als 70 UnternehmerInnen, die mit euch zusammen investieren und den GründerInnen-Teams auch mit ihrer Erfahrung und ihrem Netzwerk helfen und mehr als 40 Beteiligungen, beziehungsweise mehr als 40 Investments, die ihr getätigt habt. Worauf bist du aus heutiger Sicht mehr stolz oder was glaubst du ist, ich will nicht sagen wichtiger, aber was ist das Achievement, bei dem du sagst, wow, hätte mir das mal jemand vor vier Jahren gesagt, dass wir diese Zahl erreichen würden, das hätte ich nie für möglich gehalten.

[55:37] Das Lustige ist, ich habe so die Angewohnheit, immer nach vorne zu gucken. Das heißt, vor uns liegt noch ein ganz großer Berg, den wir erklimmen wollen. Gleichzeitig, wir haben mal kürzlich auch zusammengefasst auf Papier, was wir schon erreicht haben und dann dreht man sich um und sieht so, huch, wir sind ja doch schon ganz weit oben. Und ich glaube, ich hätte weniger hätten mir das erzählen können, dass wir sowas Tolles aufbauen. Also der Wunsch war immer da, aber dass es das in Wirklichkeit war.

[56:08] Das ist schüttel ich heute noch im Kopf und das Schönste an dem Geschäftsmodell aus meiner Sicht ist, dass ich tagtäglich an Lösungen arbeiten darf. Also ich kann mit meinen Kindern abends über CO2-Emissionsbindung und Bioplastik sprechen Und das mit fantastischen und außergewöhnlichen Persönlichkeiten und das sowohl auf Gründer, Gründerin Team Seite als auch jetzt in unserem Angel Club sind alles Händen, also Menschen mit Herz und Hirn, die was verändern wollen und das gibt mir sehr viel Optimismus für die Zukunft. Du sprichst einen Punkt an, den ich tatsächlich mir als Notiz gemacht habe, dass ich dich unbedingt darauf ansprechen möchte. Und zwar habe ich ja das große Glück, mit dir jetzt eben auch schon einige Jahre arbeiten zu dürfen und dich in dem Kontext ein bisschen besser kennengelernt. Und mich fasziniert es tatsächlich dieses Herz und Tören, was du gerade angesprochen hast, weil ich einerseits total beeindruckt bin, jetzt wie smart du bist, ohne dir jetzt zu viel Honig um den...

[57:14] Da gebe ich das einfach mal zur Rücksache. Okay, jetzt haben wir uns gegenseitig auf die Schulter geklopft, aber nichtsdestotrotz, also ich erlebe dich als sehr schnell denkende Person, die in sehr, unterschiedlichen Dimensionen denkt und für mich auch tatsächlich immer in sehr unerwarteten Dimensionen, was mir dann wiederum zeigt, wie limitiert meine Denkmuster sind und bin da jedes Mal sehr überrascht, positiv überrascht und gleichzeitig kenne ich kaum eine Person im Business-Kontext, die so viel Herz mit zur Arbeit bringt und das auch nicht irgendwie am Eingang abgibt, sondern dieses Herz auch spürbar und sichtbar werden lässt. Und ich stelle mir so ein bisschen die Frage, ist das nicht wahnsinnig schwer, da die Balance zu finden, als jemand, der so emotional ist und versteht das als Kompliment und als jemand, der so smart denken kann, das in Balance zu bringen?

[58:09] Hm, eine Balance. Ich finde, es gehört beides zusammen. Ich kenne es halt nicht anders. Deswegen ist das schwer zu beantworten. Was mir dabei wichtig ist, in Corona-Zeiten und Auskündungen hatten wir auch ganz tolles Coaching. Und dieser Schritt weg von ich muss hin zu was will ich eigentlich. Also manchmal muss man auch, aber bei vielen Dingen, die man muss, will man sie halt auch. Und da auf das eigene Bauchgefühl zu hören und gleichzeitig dich.

[58:48] Wie sagt man da, es ist auch fast schon vom hohen Ross gesprochen, weil es ist ein Privileg, es ist ein Riesenglück, dass ich das machen darf und kann, was ich jetzt tue. Und ich glaube, dass es vielen so gehen würde, wenn sie ihre Berufung gefunden haben.

[59:06] Und deswegen kann ich nur ermuntern, dass man in sich reinhört,

[59:10] sich überlegt, wofür brenne ich wirklich und möglichst früh im Berufsleben versucht, das zu vereinen. Und das ist auch nochmal zu, worauf sind wir stolz. Und mit Better Ventures wollen wir den Beweis erbringen, dass sich Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit nicht ausschließt. Und diesen Beweis haben wir bereits erbracht mit den Startups. Und es geht darum, dass wir gemeinsam alle die Wirtschaft transformieren hin zu Menschen leben mit dem Planeten und Tieren zusammen und verbrauchen nicht 1,7 Erden pro Jahr, weil auch das geht mathematisch wieder nicht auf. Ja, du hast gerade gesagt Berufung finden. Musstest du deine Berufung finden, die du jetzt in Better Ventures meinst gefunden zu haben oder musstest du dich vielleicht auch daran erinnern?

[59:55] Dass der Zeitpunkt gekommen ist, deiner Berufung nachzugehen, weil also wenn wir uns deine Biografie anschauen, du wusstest ja eigentlich schon sehr früh, dass du die Welt besser machen möchtest, dass du sie retten möchtest, dass du dich um die Natur und Flora und Fauna kümmern möchtest und dann, hast du das ja erstmal nicht gemacht, zumindest nicht hauptberuflich. Du bist zum Bain gegangen, du warst bei Friendscout, auch bei der Kartenmacherei war das jetzt nicht deine ultimative Mission. Jetzt Here We Are, ist das jetzt tatsächlich etwas, wo du, nicht nur fachlich in deinem Sweet Spot wirken kannst, sondern eben auch tatsächlich deinem Herzen, deinem Hirn die Bühne zu geben, in dem beides.

[1:00:40] Letztlich das tun dürfen, wofür du eigentlich schon vor 30 Jahren oder vor, ja, also zumindest so mit 14, 15 innerlich schon bereit warst, oder? Das ist fast vor 30 Jahren.

[1:00:57] Also es ist, genau wie du sagst, mehr ein Erinnern. Also gefühlt war da schon immer was da. Und sich daran zu erinnern, zu besinnen. Gleichzeitig habe ich es immer versucht, weiter nebenher zu machen. Wenn ich mit dem Hund spazieren gehe, sammle ich immer die Plastikfitzelchen ein, die irgendwo rumliegen. Aber das reichte mir natürlich nicht. Und spannend ist, wenn mich jetzt, jüngere Menschen fragen, also zum Beispiel in die Beratung gehen oder woanders hin, wenn du schon weißt, was du machen willst, brauchst du es nicht. Also das kann man alles lernen, auch ohne in der Beratung gewesen zu sein. Die Frameworks des gesunden Menschenverstandes, also es ist eine sehr positive Erfahrung gewesen, aber keine notwendige, um bestimmte Dinge auch zum Beispiel als Unternehmer zu erreichen. Und ich wusste damals einfach noch nicht, wie ich das... Das Ausliebe oder was der passende Beruf dafür ist. Und vielleicht hätte ich doch Meeresbiologin werden sollen. Aber vielleicht werde ich es noch. Genau darüber reden wir gleich noch.

[1:02:12] Du, ja, wir sind ja beide Fans eines Growth Mindsets und auch der dahinterstehenden Theorie. Es ist immer so ein bisschen despektierlich, finde ich, gegenüber Menschen wie uns, die erwachsen sind, aber ja irgendwie auch noch in der Blüte hoffentlich ihres Lebens stehen, dass man immer nur Kinder fragt, was möchtest du werden. Deswegen, liebe Tina, du hast ja zumindest, wenn du ein ganz normales Leben führst, wie das eben von Menschen gelebt wird, du hast ja noch mindestens 25, 30 Jahre, die du wirst arbeiten können, hoffentlich, toi, toi, toi. Joy. Deswegen lass uns doch einfach mal sprechen. Was möchtest du werden, wenn du groß bist? Hey, hey.

[1:03:01] In der Zukunft gehe ich dann mal wieder in den afrikanischen Busch und kümmere mich dort um Tiere. Beruflich oder im privaten Rahmen? Gerne beides. Also ich habe schon meinen Traum, Joy. Ich mache den auch gerne noch ein paar Jahrzehnte weiter. Wenn ich jetzt aber absolute Freiheit habe, Ich habe Kinder klein, Enkel noch nicht da oder so könnte ich mir auch vorstellen, wirklich wieder nach Afrika zu gehen. Ich war bei Bain, das hatten wir noch nicht besprochen, tatsächlich länger in Botswana und habe mich dort um Nashörner und Wildhunde gekümmert und das ist ein Traum. Also sowas würde ich jederzeit wieder tun. Und das Wichtigste, wir haben schon oft von Vielfältigkeit gesprochen und dieser soziale Druck, den will ich in diese Erfolge unbedingt nehmen.

[1:03:52] Don't find your purpose. Also schön einen zu haben, aber gleichzeitig auch das, was man gerade tut, mit Überzeugung zu tun, das bringt einen auch weiter. Und wir sollten uns selber nicht zu viel Druck machen, dass wir das Richtige finden müssen, weil wir haben so ein langes Leben und da gibt es viele Stationen, die einen auf unterschiedliche Weisen erfüllen können. Mhm. In diesen Tagen bist du noch Investorin des Jahres. Demnächst nicht mehr, weil eine neue gekürt wird. Aber grundsätzlich wird man dir diese Anerkennung natürlich für immer stehen lassen. Und mich würde schon interessieren, was glaubst du, sollten mehr Menschen wie du machen, jetzt nicht vielleicht um diesen Titel zu gewinnen, aber um deinem Vorbild als Investorin, als Unternehmerin folgen zu können?

[1:04:50] De facto sind wir alle ein bisschen Investor und Investorin. Also jeder Mensch trifft Einzelentscheidungen, wie verbringe ich meine Zeit, wie gebe ich mein Geld aus. Deswegen das Wichtigste, was ich mir für alle wünsche, ist Bewusstsein. Also Bewusstsein, was ich bewirken kann mit einem Kauf, mit einem Aktienkauf, mit einer Investition in ein Startup. Und je mehr Menschen wir da haben, die Verantwortung übernehmen und sagen, okay, dieses Investment, sei es jetzt Zeitinvestment oder Geldinvestment, ist ein Wahlschein für unsere Zukunft. Ich glaube, desto schöner wird unsere Zukunft.

[1:05:33] Insofern vielen Dank, liebe Tina, dass du uns durch dein Leben geführt hast, auf diese vielen Reisen, die du gemacht hast, mitgenommen hast und letztlich ja auch am Ende uns den Weg aufgezeigt hast, wie wir es schaffen können, ein nicht nur lebenswertes Leben zu führen, sondern eben auch ein Leben zu führen, mit dem wir Verantwortung für das Morgen übernehmen können, indem wir heute die richtigen Entscheidungen treffen. Danke dir. Es gibt einen guten Song von, was war das nochmal, Life of Brian und der sagt, always look on the bright side of life und den hat mir meine Mutter mal mitgegeben und wenn wir das alles ein bisschen machen, dann sieht die Welt auch besser aus. In diesem Sinne wäre dieser Song jetzt nicht GEMA-pflichtig, würde ich ihn einspielen, aber insofern packen wir einfach den Link in die Shownotes zu Spotify, Apple Music und den anderen Musikstreaming-Diensten, wo unsere Hörenden dann diesen Song nachhören können und hoffentlich mit ein bisschen mehr Leichtigkeit durchs Leben gehen.

[1:06:34] Music.

[1:06:55] Meinen Kollegen Max von Puhle bei mir, mit dem ich jetzt einmal die Treiber von Tina Dreimann besprechen werde und ihre Motivatoren. Max, du kennst Tina sehr gut, würde ich behaupten. Insofern, welche Treiber hast du aus dem Interview mit Tina, aber eben auch aus der Zusammenarbeit mit ihr herausgefunden, herausgehört, destilliert?

[1:07:21] Ja, ich glaube, der erste Der erste Begriff, den ich mit Tina verbinde, wenn ich an sie denke und an die Zusammenarbeit denke und auch nochmal in Verbindung mit dem Podcast, den ich mir angehört habe, ist Optimismus. Ich glaube, das, was Tina vor allem auszeichnet, ist so diese unbändige Lust, etwas zu verändern und aus allem Negativen, was passieren kann, etwas Positives zu nehmen. Das stimmt das kann ich sofort einschätzen, ich glaube an den dunkelsten Tagen wenn ich mit Tina gesprochen habe hatte sie immer noch irgendein Hoffnungsschimmer irgendein Lächeln auf dem Gesicht, insofern das kann ich total nachvollziehen und jetzt muss man ja auch fairerweise dazu sagen dass nicht nur die Nachrichtenlage sondern ja auch die Entwicklung der globalen Welt generell nicht unbedingt ein Anlass ist hoffnungsvoll zu sein bei Tina sieht das immer ein bisschen anders aus Total. Und ich finde, es gibt sowohl auf geschäftlicher Ebene als auch auf persönlicher Ebene verschiedene Beispiele, die das verdeutlichen. Zum einen gab es da diese schreckliche Erfahrung, die Tina machen musste im frühen Alter mit dem Tod ihres Vaters, wo sie dann rückblickend auch im Podcast gesagt hat, dass sie daraus ja auch ganz viel gelernt hat und das irgendwie in positive Energie verwandelt hat. Hat, ein Satz, der sehr in mir resoniert hat.

[1:08:40] Sie hat gesagt, die Kunst des Lebens, sinngemäß glaube ich, weiß nicht, ob das das wörtliche Zitat war, aber die Kunst des Lebens ist es, aus den negativen Erfahrungen im Leben aufzubauen und sie in positive Energie umzuwandeln. Und das ist so ein bisschen die Quintessenz, wie ich Tina sehe. Und der andere Punkt ist, dass man inmitten der Pandemie beschließt, ein neues Unternehmen zu gründen, was Better Ventures heißt. Und in einer Lage, in der man gar nicht weiß, das muss man ja auch berücksichtigen, wir wussten 2020 nicht, wie sich die Welt überhaupt entwickeln wird und da den bestehenden Job zu kündigen und was komplett Neues zu starten, ist auch ein Beispiel für diesen unbedingten Optimismus, den sie an den Tag legt und vielleicht auch die perfekte Brücke zum zweiten Punkt, nämlich dieses permanente Verändern des Status Quo und diesen Unternehmergeist, der für mich so ein bisschen der zweite Treiber von Tina ist. Ja, führ den gerne mal aus, was du damit meinst.

[1:09:35] Wenn wir uns nochmal rückversetzen, 2020, es kam Corona, die ganze Welt stand so ein bisschen still. Und ich weiß noch, als ich Tina mal gefragt habe, wie kamst du eigentlich auf die Idee, Better Ventures zu gründen in dieser Zeit, wo eigentlich ja alle Angst hatten und nicht wussten, was sie tun sollten. Und instantly meinte Tina dann, naja, das war eigentlich der beste Zeitpunkt, weil ich da gemerkt habe, ich will Teil der Lösung werden und ich will was verändern. Und was man ja während Corona schon gesehen hat, Tina ist eine sehr naturverbundene Person, der Impact sehr, sehr wichtig ist. Und man hat ja schon während dieser Zeit gemerkt, dass die Natur sich erholt, als die Welt stillstand, als wir nicht geflogen sind. Es gab da verschiedene Beispiele, wie zum Beispiel in Venedig, wo das Wasser auf einmal eine viel bessere Qualität hatte. Und man konnte sehen, wie inmitten dieses Stillstandes die Natur eigentlich Danke sagt und sich vielleicht ein Stück weit das zurückholt, was sie so sehr gebraucht hat. Und dann zu sagen, wir gründen ein Angel-Netzwerk, wir investieren nur in nachhaltige Startups. Und das war 2020 ein Modell, was es so noch nirgendwo gab. Das war ehrlicherweise schon ziemlich bold. Und heute, vier Jahre später, stehen sie da mit über 250 Unternehmerinnen und Unternehmern, die die miteinander vernetzen. Sie haben in über 40 Startups investiert. Das ist schon ein Fund, was man da gemeinsam mit Christoph Behn und Cédric Duvinage aufgebaut hat.

[1:10:59] Ich stelle mir gerade so ein bisschen die Frage, ob diese Fertigkeit, die du gerade beschrieben hast, nicht der kleinste gemeinsame Nenner aller UnternehmerInnen-Persönlichkeiten sein muss. Also du musst hier ein Problem sehen und du musst eine Lösung präsentieren. Was siehst du an Tina an der Stelle im besonderen Maße als gegeben? Ich glaube, das ist so ein bisschen die, also ja, natürlich ist das so generell das Grundgehen eines Unternehmers, dass man Probleme sieht und noch viel wichtiger als das Sehen ist natürlich dann danach Handeln, weil ich glaube, das zeigt echtes Unternehmertum aus, aus Problemen nachhaltige, skalierbare Geschäftsmodelle zu machen. Was bei Tina, finde ich, noch dazukommt, ist einfach dieser unbändige Optimismus, in all diesen Situationen das Gute zu sehen und mit einer großen Lust und Freude Probleme zu bearbeiten. Es stellen mir immer so vor Terminen die Frage oder nach Terminen vielmehr die Frage, hat mir der Termin Energie gegeben oder nicht? Und Tina ist so ein Mensch, wenn immer ich in einen Jofix mit ihr gehe und dann da rauskomme, dann habe ich danach Energie geschöpft, ganz gleich, wie schlecht meine Laune im Zweifel vorher war, weil Tina einfach so einen Optimismus hat und damit auch andere ansteckt. Und ich glaube, das ist auch ein großer Erfolg von ihr und von Better Ventures mit der Bewegung, die sie kreieren wollen.

[1:12:19] Wahrscheinlich brauchen sie das natürlich auch, wenn man daran glauben muss,

[1:12:23] dass man diese Welt nochmal zum nachhaltig Positiven verändern möchte. Max, du hast noch einen dritten Treiber, einen dritten Motivator. Welcher ist das? Der dritte Treiber ist für mich so ein bisschen die Symbiose bzw. Die Folge aus den ersten beiden. Wir hatten Optimismus und Resilienz, wir hatten Unternehmergeist, Veränderung des Status Quo und der dritte Punkt ist quasi das Thema Verantwortungsbewusstsein und Fürsorge. Das ist etwas, was sich ja in der Lifeline von Tina schon früh abgezeichnet hat. Sie hatte diese Volontierprojekte und letztlich ja auch in der Gründung von Beta Ventures mündet. Sie hatte einen Job, wo alles gut funktioniert hat, wo es gut ging und dann zu sagen, ich starte nochmal so komplett neu, weil sie dieses Bedürfnis gespürt hat, etwas Gutes für die Welt zu tun und wie sie selbst sagt, ein Teil der Lösung zu sein. Und nicht mehr, wenn nicht Teil des Problems, aber eben zumindest nicht etwas, wo man proaktiv was voranschreitet. Das, finde ich, ist ein dritter Punkt, dass bei allem immer der Fokus auf Impact und zwar wirklich im Impact liegt, wo man systemisch was verändern will, weil das ist etwas, worauf Better Ventures auch bei den Investments sehr stark schaut. Es geht darum, dass man ein Geschäftsmodell hat, was in sich inhärent quasi nachhaltig ist und nicht, wo es nur um Emissionshandel geht.

[1:13:45] Max, danke dir und wir danken natürlich auch vor allem Tina, dass sie sich, in unserem Podcast-Format Lifeline so geöffnet hat wir danken aber auch euch, die ihr zugehört habt wenn ihr Feedback habt, kommt gerne jederzeit auf mich zu, ob auf LinkedIn ihr findet mich unter Sachar Klein oder gerne auch per E-Mail unter sachar.hyper.agency ich freue mich auf euer Feedback und natürlich.

[1:14:10] Music.

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