Digitale Welten und echte Werte: Creator und Influencer Philipp Steuer (#5)
Shownotes
Herzlich willkommen zu „Lifeline“ – der Podcast, in dem wir tief in die Lebensgeschichten inspirierender Persönlichkeiten eintauchen, um ihre Antriebe und Erfolge zu verstehen.
In dieser Episode: Philipp Steuer, ein Influencer und Digitalexperte und seiner Reise aus einem verschlafenen Dorf in Thüringen in die große digitale Welt. Philipp erzählt von seinen Anfängen als FIFA-Spieler, seinem Umzug nach Köln und seiner Begeisterung für die E-Sport-Szene.
Er gibt Einblicke in seine Zeit bei Google in Hamburg, wie er sein Interesse für YouTube entdeckte und schließlich als Snapchat-Erklärbär bekannt wurde. Philipp spricht auch über seine Entscheidung, vegan zu leben, beeinflusst durch eine Dokumentation über Massentierhaltung.
Ein Gespräch über Neugier, ethische Entscheidungen und die Bedeutung von Selbstvertrauen. Begleite uns auf dieser faszinierenden Reise und entdecke, was Philipp antreibt.
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Philipps Podcast „Nettgeflüster“ auf Spotify: https://open.spotify.com/show/0IWXSRB9iL3W91Y50QSLZ0?si=937835d85b554016
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Transkript anzeigen
00:00:00: Und es war für mich einfach wieder dieses Bauchgefühl, war wieder da,
00:00:03: oha, da ist was Neues, da kommt gerade was Neues, hat eine unfassbare Macht.
00:00:06: Ich sehe immer mehr Leute in meinem Umfeld, die nutzen das.
00:00:08: Und dann war bei Snapchat einfach, was mich so interessiert hat,
00:00:11: war diese komplette, dieses ganze Nutzerinterface.
00:00:15: All das, was wir heute bei Instagram Stories und so weiter so ganz natürlich nutzen.
00:00:19: Auch dass so Sachen nach 24 Stunden wechseln und so. Also das war ja,
00:00:23: es ist ja alles, all das, auch TikTok, all die Sachen, die wir heute sehen,
00:00:26: basieren ja einfach auf der Originalität von Snapchat.
00:00:30: Und das hat mich einfach nicht losgelassen, dass ich einfach verstehen wollte, wie funktioniert es.
00:00:35: Music.
00:00:47: Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Lifeline. Mein Name ist Sachar
00:00:51: Klein, ich bin Gründer und Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Hyper und host dieses Podcast.
00:00:57: Unsere Mission bei Hyper ist es, VisionärInnen und ihrem unternehmerischen Wirken
00:01:03: öffentlichen Raum zu geben.
00:01:05: Ein Instrument in unserer Arbeit ist es, die Menschen, für die wir tätig sein
00:01:10: dürfen, so richtig kennen und verstehen zu lernen.
00:01:13: Warum ist das so wichtig? Gerade in frühphasigen Unternehmen,
00:01:19: aber auch in Unternehmen ohne ein physisches Produkt wie zum Beispiel einem
00:01:23: Auto oder ein Smartphone, ist es sehr wichtig, die Vision eines Unternehmens
00:01:28: klar und deutlich zu machen, damit Menschen überhaupt verstehen,
00:01:32: worum es bei diesem Unternehmen geht.
00:01:35: Und niemand kann diese Vision so gut erklären, wie eine Gründerin oder eine
00:01:41: andere Person aus dem Unternehmen.
00:01:43: Zumal sie durch ihre Persönlichkeit massiv dazu beiträgt, wie das Herz des Unternehmens schlägt.
00:01:50: Wir bei HEPA arbeiten daher mit der Lifeline, einem Instrument,
00:01:53: bei dem wir nicht nur die Biografie eines Menschen kennenlernen,
00:01:55: sondern auch seine Motivatoren und Treiber.
00:02:00: Heute widmen wir uns dem Leben und Wirken von Philipp Steuer.
00:02:05: Früher hätte man Philipp einen Blogger genannt, später einen Influencer und
00:02:12: heute wahrscheinlich am ehesten einen Creator.
00:02:16: Philipp produziert Inhalte für dieses komische Internet, vor allem auf Instagram und YouTube.
00:02:26: Philipp ist jemand, den man vor allem als Promoter eines veganen Lifestyles kennenlernen könnte.
00:02:34: Aber auch jemand, der sehr, sehr schlagfertig ist, sehr wortgewandt,
00:02:40: einige finden ihn sogar witzig und ich persönlich kann sagen,
00:02:45: Philipp ist ein richtig guter Freund und daher freue ich mich umso mehr,
00:02:50: dass ihr ihn heute auch hier in diesem Podcast kennenlernen dürft. Ich wünsche euch...
00:02:57: Music.
00:03:21: Wann saßt du das letzte Mal in einer Playstation oder in einer Xbox?
00:03:27: Ach Gott, das ist schon sehr lange her, vermutlich ja, nee, nicht vermutlich
00:03:33: ich glaube in der Anfangszeit vom,
00:03:36: Kind, das ist vor dreieinhalb Jahren vielleicht gewesen und da habe ich mich
00:03:41: nochmal versucht in FIFA und habe es dann aufgegeben. Welches FIFA war das dann?
00:03:47: 2000 2000, oh warte, 2021 vielleicht, ja, das kommt jetzt, 2021, irgendwie so die Drehe.
00:03:57: Das heißt, du hast noch gar nicht das neue Nicht-Mehr-FIFA EA-Football-Tralala
00:04:02: gespielt, weil FIFA gibt es ja glaube ich momentan gar nicht.
00:04:06: Ne, genau, die gibt es nicht mehr, die haben ja jetzt dieses EAFC oder so heißt das, ja.
00:04:11: Ne, ich habe das nicht gespielt, ich habe es mir nicht gekauft,
00:04:13: weil einfach, ja, wenn ich drin versinke, dann versinke ich zu tief darin und
00:04:20: ich habe aber auch festgestellt, meine Frusttoleranz ist genauso schlecht wie
00:04:23: damals, wo ich noch viel gespielt habe,
00:04:25: und das funktioniert hier im Familienalltag eher schlecht, weil ich dann genervt
00:04:31: bin, dass ich gegen einen 14-Jährigen verloren habe.
00:04:35: Das kann ich, das möchte ich mir und der Familie nicht antun.
00:04:38: Das heißt, du hast dann online gespielt, also du hast jetzt nicht irgendwie
00:04:41: Karrieremodus oder irgendwie ein Freundschaftsspiel gemacht.
00:04:43: Das ist ja langweilig, ich wollte immer direkt, Also wenn ich schon spiele,
00:04:47: dann wollte ich auch andere Leute zerstören.
00:04:50: Das klappt mittlerweile leider nicht mehr so gut wie damals.
00:04:54: Damals ist ein gutes Stichwort, weil es ist jetzt schon ein paar Jährchen her
00:04:58: und auch wenn du ein jüngerer Hüpfer bist, warst du ein noch jüngerer Hüpfer,
00:05:03: als du tatsächlich mal sowas wie eine FIFA-Karriere hattest.
00:05:07: Erzähl mal, wie ist es dazu gekommen? Und wie wird man semiprofessioneller FIFA-Zocker?
00:05:16: Untertitelung des ZDF, 2020.
00:05:17: Also tatsächlich muss ich sagen, hätte ich das, was ich damals gemacht habe,
00:05:21: in der heutigen Zeit geleistet oder wäre jetzt in der heutigen Zeit damit,
00:05:24: hätte ich das alles gemacht, dann hätte ich wahrscheinlich sehr gut dotierte
00:05:28: Verträge und sehr schöne Preisgelder.
00:05:31: Ich habe damals mit der Xbox, das war noch die erste Xbox, damals angefangen,
00:05:36: auf der Konsole FIFA zu spielen.
00:05:40: Das war FIFA Road to FIFA World Cup 2012, glaube ich, war das. Nee, 2002.
00:05:47: 2002 war das erste FIFA-Spiel, was ich wirklich selber gespielt habe.
00:05:51: Vorher habe ich mich nicht so viel dafür interessiert und habe dann aber gemerkt,
00:05:53: dass ich meine ganzen Freunde recht gut weghau.
00:05:56: Und dann kam damals derzeit zum ersten Mal der Online-Modus dazu,
00:06:01: sodass ich dann aus meinem Kinderzimmer im östlichsten Zipfel von Thüringen
00:06:06: dann einfach gegen Leute aus aller Welt spielen konnte, bis tief in die Nacht.
00:06:11: Die ISDN-Leitung hat es noch zugelassen. Das war auch wild manchmal.
00:06:17: Und da habe ich dann gemerkt, ich bin gut. Ich habe dann weitergespielt und
00:06:20: dann gab es damals schon so kompetitive Listen und Möglichkeiten sich zu messen.
00:06:26: Und das hatte ich dann recht schnell gemerkt, okay, ich bin gut.
00:06:29: Bin dann in verschiedene Teams eingetreten, hatte dann Trainingspartner.
00:06:32: Immer wenn ich nach der Schule nach Hause kam, Headset auf und dann gemeinsam
00:06:35: trainiert. Flanken, Abschlüsse, gibt es irgendwelche Bugs, die man ausnutzen kann.
00:06:40: Und das ist dann alles. Das hat sich sehr weiterentwickelt und ich glaube dann,
00:06:44: FIFA 2006 war es oder 2007, ich glaube 2006 oder 2007, ich weiß nicht mehr.
00:06:50: Da bin ich dritter bei den deutschen Meisterschaften gewonnen und durfte dann
00:06:55: auch zur WM nach Amsterdam. Da bin ich dann in die Top 64 gekommen,
00:07:00: da leider rausgeflogen, ich glaube auch gegen den Finalisten.
00:07:05: Und das war ganz wild. Das habe ich ein paar Jahre gemacht.
00:07:09: Also ich habe auch wahnsinnig viel FIFA gespielt.
00:07:13: Also ich werde über mich behaupten, ich war auch echt gut.
00:07:17: Dann habe ich gegen einen Arbeitskollegen gespielt und festgestellt,
00:07:21: wir scheinen bei Hyper ja tatsächlich irgendwie so die Creme der FIFA-Spieler zu versammeln.
00:07:26: Oder ich bin gar nicht so gut. Ich vermute, es war das Zweite.
00:07:30: Was braucht es, um gut zu sein?
00:07:33: Also wie wird man gut? Ist es einfach nur das zeitliche Investment oder gibt
00:07:38: es irgendwie bestimmte Talente, irgendwelche Fertigkeiten, die man mitbringen muss?
00:07:42: Ich glaube, es ist ein Mix aus allem. Also zum einen hilft es natürlich,
00:07:45: wenn du in einem Team bist und sehr spielstarke Spieler hast,
00:07:48: die ebenfalls gut gerankt sind.
00:07:50: Weil wenn du mit denen acht Stunden am Tag immer und immer und immer wieder
00:07:54: gegeneinander spielst, war mindestens Zeit, die ich reingepackt habe. glaube.
00:07:59: Wenn du da, ja, weiß ich nicht, mit 14, 15 brauchst du ja kaum essen,
00:08:02: brauchst du ja kaum trinken, du kannst ja einfach, du bist ja fast unsterblich, so gefühlt.
00:08:06: Du kannst deinen Körper so runterwirtschaften, der Körper sagt sich, ja, fang ich auf.
00:08:10: Heute schlafe ich eine Stunde weniger und denke mir, oh mein Gott, mein Leben ist vorbei.
00:08:16: Ja, also das ist, glaube ich, das Trainingsvolumen ist einfach intensiv,
00:08:20: sodass du auch einfach diese Abschlüsse 10.000 Mal gemacht hast,
00:08:23: 100.000 Mal gemacht hast und dann weißt du, okay, in dieser Situation ist die
00:08:26: Wahrscheinlichkeit, dass das was ein Tor bringt, viel höher,
00:08:29: als wenn ich es mal anders mache als sonst.
00:08:32: Das ist wichtig. Dann ist natürlich wichtig, einfach auch allgemeines Spielverständnis
00:08:37: und Verstehen, okay, wenn ich die und die Tastenkombination drücke,
00:08:40: dann ist es leichter oder der und der Trick funktioniert leichter.
00:08:44: Und dann immer wieder wirklich Training, Training, Training, Training.
00:08:47: Wir haben damals in unserer Zeit gespielt, da gab es so einen Bug,
00:08:53: da konntest du ganz schnell laufen.
00:08:54: Also auch die Abwehrspieler, alle konnten plötzlich ganz schnell laufen,
00:08:56: wenn du dir den Ball so mit dem rechten Stick so vorgelegt hast.
00:08:59: Sowas haben wir dann getestet. Wir haben so Flanken getestet,
00:09:02: die fast immer reingegangen sind.
00:09:03: FIFA wurde natürlich über die Zeit immer besser. Immer mehr so Sachen sozusagen,
00:09:07: ja, geschaut, dass sowas weniger wird.
00:09:10: Aber das sind so Kombinationen, ja, die auf jeden Fall dazu führen,
00:09:14: dass du ein deutlich besserer FIFA-Spieler bist.
00:09:16: Und ich habe zuletzt, glaube ich, vor zwei Jahren gegen Profis gespielt,
00:09:20: die wirklich in, ich glaube, bei Mönchengladbach im Bundesligateam sind.
00:09:23: Wir hatten beide jeweils da waren so Standardmannschaften also jetzt nichts
00:09:28: irgendwie, wo man selbst ein Team zusammengebaut hatte und gegen den einen habe
00:09:31: ich gewonnen gegen den anderen unentschieden gespielt, also es war schon so,
00:09:34: dass ich durchaus noch ein Niveau mit habe,
00:09:38: aber um das wirklich im höheren Maße auszuführen, wie das heutzutage möglich
00:09:42: ist, sehr viele Zeitinvestments, das habe ich gar nicht und da fehlt mir einfach
00:09:47: auch sozusagen dann der Output am Ende wo ich sage,
00:09:50: okay, ich packe jetzt die 8 Stunden rein, was kriege ich denn dafür für und
00:09:53: zahlt das meine Miete? Wahrscheinlich nicht.
00:09:56: Wie war das damals für deine Familie, dass du acht Stunden lang vorm Bildschirm
00:10:01: saßt und eher letztlich irgendwie gezockt hast?
00:10:06: Ich würde fast sagen, mir war das egal. Dahingehend, weil ich eine,
00:10:11: meine Mutter hat mit 40 noch meine kleine Schwester bekommen.
00:10:15: Das heißt, das ist ein 10-Jahres-Unterschied und wo ich 12, 14 war,
00:10:19: war meine kleine Schwester zwei oder vier.
00:10:22: Die hatten damit genug zu tun. Ich habe noch zwei ältere Schwestern,
00:10:25: also es war immer so ein buntes Treiben.
00:10:26: Meine Eltern waren eigentlich so, sind
00:10:29: so drauf, solange alles irgendwie funktioniert, lassen wir dich in Ruhe.
00:10:33: Ich habe am Ende ein Abi mit 2,4 gemacht. macht, das war jetzt auch nicht so
00:10:36: das Schlechteste, konnte das irgendwie alles miteinander vereinbaren.
00:10:40: Es war für mich aber auch einfach so ein bisschen Zuflucht, diese ganze Welt
00:10:43: in die große Welt, weil ich da,
00:10:44: wo ich groß geworden bin, nicht ganz so happy war, weil das alles viel zu klein
00:10:48: für mich gedacht war, viel zu ländlich, überhaupt gar nicht so diese fancy große
00:10:53: Welt und FIFA hat es mir halt ermöglicht, dass ich zu Turnieren konnte,
00:10:56: Weltmeisterschaften, so ein Spaß.
00:10:58: Das war ja mein Türöffner einfach. Ja.
00:11:02: Was dachtest du damals, über deine Zukunft?
00:11:08: Dachtest du, du könntest damit irgendwie dein Leben bestreiten?
00:11:12: Wolltest du professioneller FIFA Spieler werden?
00:11:17: Das war auf jeden Fall mit auf meiner Karte. Ich wusste, zum Nachwuchs-Halbbruch
00:11:21: gab es vor allen Dingen noch auf PC, gab es Zwillinge, die, ich glaube,
00:11:24: Schellhase-Zwillinge waren das.
00:11:26: Die haben ordentlich Preisgelder bei Weltmeisterschaften abgeräumt und es war
00:11:30: schon viel Geld, was die verdient haben.
00:11:32: Das war für mich immer so der Punkt, Ja, okay, auf Konsole ist das noch nicht so.
00:11:35: Der PC ist immer noch so irgendwie das oberste.
00:11:40: Waren aber zwei unterschiedliche Spiele. Also FIFA damals auf Konsole und PC
00:11:44: waren unterschiedliche Mechanismen. Auf PC war immer ein bisschen gefühlt hinten dran.
00:11:48: Mittlerweile ist das ja alles auf Konsole, alles umgestiegen.
00:11:50: Das war schon ein Traum. Ich wusste ja auch, es gibt die professionelle E-Sport-Liga ESL.
00:11:56: Bei denen habe ich auch, nachdem ich da weggezogen bin, mein erstes Praktikum
00:11:59: gemacht für mein Studium.
00:12:01: Und da war für mich so klar, okay, also ich könnte mir schon vorstellen,
00:12:05: jetzt da im professionellen E-Sport meine Zukunft zu finden.
00:12:09: Das war schon damals so, ja, schauen wir mal.
00:12:12: Schauen wir mal. Hatte ich letztlich auch vom östlichsten Zipfel Thürings dann nach Köln gespült.
00:12:21: Warum wolltest du unbedingt aus Thüringen raus? Also nicht, dass ich es nicht
00:12:25: verstehen könnte, aber was war deine Motivation? Naja, gut, Höckeland.
00:12:30: Ich möchte an der Standung mal festhalten, dass mit östlichster Zipfel meine
00:12:34: ich wirklich, weil wenn ich hinter das Haus gegangen bin, das Feld lang gelaufen
00:12:37: bin, bin ich über die Grenze zu Sachsen gelaufen. Also das war wirklich östlich.
00:12:41: Was war die nächstgrößere Stadt, die man kennen könnte?
00:12:46: Zwickau, Chemnitz. Chemnitz war so eine halbe Stunde weg. Zwickau auch so und
00:12:50: Leipzig 40 Minuten ungefähr.
00:12:52: Also in die Stadt, in der ich zur Schule gegangen bin, ist Altenburg.
00:12:56: Da kennt man vielleicht das Skatspiel her.
00:12:59: Aber das war es auch schon. Also und den Senf. Und ja, das war es glaube ich.
00:13:03: Das ist ja gar nicht so wenig.
00:13:06: Ja, SEMPF und Spielkarten. Also wer Skat kann, kennt Altenburg.
00:13:11: Ich wollte da weg, weil ich auch mich natürlich durchdankt, dadurch,
00:13:17: dass ich mit dem Internet irgendwie auch dann mit 12, 13 sehr starke Berührung war,
00:13:20: habe ich natürlich gesehen, okay, es gibt eine viel größere Welt mit viel verrückteren
00:13:27: Menschen, die verrücktere Sachen tragen, die andere Frisuren tragen, die einfach,
00:13:31: ich habe gerade so Flashbacks, so wie, so stelle ich mir das vor,
00:13:34: damals die Leute, die so, weiß ich nicht, so Amerikaner waren,
00:13:36: gesehen haben, gesehen haben, krass, da ist die große weite Welt.
00:13:38: Jetzt habe ich mich damals auch so ein bisschen gefühlt, weil ich einfach mir
00:13:42: gedacht habe, das kann hier nicht alles sein.
00:13:44: Ich möchte nicht so sein, wie die Leute, die zwei, drei Jahre vor mir von der
00:13:47: Schule abgegangen sind und jetzt in irgendeinem, also einfach dann schnell Vater
00:13:51: werden und dann irgendwie in der Familie irgendwo auf dem Land wohnen,
00:13:54: das konnte ich mir damals nicht vorstellen.
00:13:56: Ich wollte viel mehr, ich wollte irgendwie die ganze Welt sehen und mehr sehen
00:13:59: und wusste auch, da ist irgendwo mehr und hatte auch den Vorteil,
00:14:03: dass meine große Schwester damals, die ist damals schon schon nach Köln gezogen
00:14:07: und ich habe sie mal in den Ferien besucht.
00:14:09: Ich wollte gerade fragen, warum ausgerechnet Köln? Weil ich meine, also nichts gegen Köln.
00:14:13: Köln ist eine feine Stadt, auch eine sehr große, weltoffene Stadt,
00:14:17: aber Köln ist ja jetzt auch beispielsweise nicht Berlin oder auch,
00:14:20: ich zumindest würde sagen, auch nicht Hamburg.
00:14:24: Berlin hatte ich irgendwie nie so das Attachment zu, einfach weil ich da keine Leute kannte.
00:14:30: Ich war da wie gesagt nur für FIFA-Turniere und für mich war so der Punkt so,
00:14:35: ich war bei ihr in Köln, meine Schwester hat da ein, zwei Wochen übernachtet
00:14:39: und da mir die Stadt angeguckt und fand das irgendwie alles so cool aus,
00:14:42: immer in Köln, auch die E-Sport-Liga,
00:14:43: die A-Sports hat den Hauptsitz, ne, doch, die A-Sports hat den Hauptsitz,
00:14:46: glaube ich, in Köln habe ich vor, Microsoft auch einen Teil,
00:14:50: da waren halt so für mich so diese, und natürlich auch die Gamescom ist dann später dann umgezogen,
00:14:55: das war für mich damals natürlich auch noch diese Gamescom, die ja vorher Games
00:14:58: Convention hieß und in Leipzig halt den Start hatte, da war ich auch jedes Jahr.
00:15:02: Und es war alles so, diese ganze E-Sports-Welt, fand für mich einfach in Köln
00:15:06: statt, nirgendwo anders.
00:15:07: Das war für mich so das Epizentrum dessen. Und deshalb war für mich auch klar,
00:15:11: Da muss ich hin, ich finde die Stadt nahe bevor sehr schön und das war auch
00:15:15: diese, vor allem, was mir auch sehr imponiert hat, war einfach die Offenheit der Menschen.
00:15:19: Die Kölner sind sehr herzlich, also ich weiß ja nicht, ob man sich auf 100%
00:15:24: auf die verlassen kann, wenn es dann wirklich darauf ankommt,
00:15:26: aber erstmal dieses Herzliche ist was, was ich sehr schätze.
00:15:29: Und da, wo ich groß geworden bin, sind alle sehr engstirnig,
00:15:33: alles, das geht nicht, so und so.
00:15:35: Ja, so machen wir das nicht oder es ist, ne, also ich fahre da auch,
00:15:39: bin da auch super selten und auch, also wenn meine Familie, meine Eltern da
00:15:41: nicht noch wohnen würden, würde ich da glaube ich nie wieder hinfahren,
00:15:43: weil ich da auch keinerlei Freunde habe, die da noch wohnen oder so.
00:15:47: Also das ist, ja, für mich einfach dann Köln, die Möglichkeiten,
00:15:51: das war einfach für mich der Go-To-Weg. Was hast du dann in Köln gemacht?
00:15:57: Also ich habe ja eine Dann war ich mit dem Abi durch, wurde dann 18,
00:16:02: habe mir dann direkt, weil ich gesagt habe, okay, was studiere ich,
00:16:06: kann ich was studieren, ja, mache ich irgendwie.
00:16:08: Dann studiere ich einmal das gleiche wie meine große Schwester,
00:16:10: Online-Redakteur, damals auch neuer Studiengang, der irgendwie Journalismus
00:16:14: verknüpfte mit neuen Medien, also auch genau die ganzen Dinge,
00:16:16: die ich eh schon cool fand.
00:16:17: Und dafür brauchte ich aber ein Redaktionspraktikum und das habe ich bei der ESL gemacht.
00:16:24: ESL TV, die hatten damals noch so einen Streaming-Sender komplett mit eigener
00:16:28: Technik an. Heute wird man das ja einfach über Twitch ballern.
00:16:31: Und da habe ich in der Redaktion gearbeitet, habe Grafiken gebaut,
00:16:35: habe Spiele vorbereitet, habe ein, zwei Reportagen selber schon umgesetzt und
00:16:39: für mich so da reingeschnuppert und dann das Ganze dann beendet,
00:16:43: wo es dann zum Studium ging, weil ich dann, er hätte ein Volontariat da machen
00:16:47: können, aber ich dachte mir, Studium ist irgendwie besser.
00:16:49: Und fand ich auch, wenn ich einen Schlussstrich drunter ziehe,
00:16:52: sage ich auch, Studium ist die richtige Wahl.
00:16:56: Und, Moment, ist das irgendwie, hat sich der Hund gerade verfangen.
00:17:00: Das müssen wir, glaube ich, rausschneiden.
00:17:02: Das ist nicht schlimm. Das ist, das ist ja Teil deines Lebens.
00:17:08: Aber lebt der Hund nach wie vor? Also nicht, dass wir hier jetzt irgendwelche
00:17:12: Klagen von TierschützerInnen bekommen.
00:17:15: Der Hund lebt nach wie vor. Die hat sich einfach nur gerade extrem blöd unterm
00:17:19: Tisch um meinen Stuhl gewickelt und kam dann nicht weg.
00:17:23: Der geht es gut. Die steht und sieht vital aus.
00:17:27: Ja, cool. Da war ich dann und bin da erstmal geblieben.
00:17:31: Und wie war das für dich, als du das Praktikum bei der ESL gemacht hast?
00:17:34: Weil ich erinnere mich noch, als ich mein erstes Praktikum gemacht habe als,
00:17:39: Sportjournalist, per se fand ich das mega cool, aber ich habe halt auch gemerkt,
00:17:42: je länger ich da bleibe, desto mehr geht die Liebe zum Sport verloren.
00:17:47: Und ich bin halt ein Hardcore-Fußball-Fan und habe gemerkt, wie ich aufgehört
00:17:50: habe, privat Fußball zu schauen, weil es ja irgendwie dann auf einmal ein Job war.
00:17:56: Kann ich voll nachvollziehen, zum Teil. Bei mir war halt der Vorteil,
00:18:01: dass die ESL, da wo ich war, war FIFA kein richtiger Bestandteil dessen,
00:18:06: was so die Hauptberichterstattung war.
00:18:09: Da ging es ja um Strategiespiele, Counter-Strike, sowas. Also ich habe eher
00:18:12: mit so Spielen gearbeitet und FIFA war so ein ganz, ganz kleiner Teil.
00:18:15: Damals war er noch nicht relevant.
00:18:16: Von daher hatte ich von dem, was mich eigentlich begeistert,
00:18:19: so als Spiel wenig in meinem Berufsalltag.
00:18:22: Aber es war schon so ein Stück weit auch demaskierend.
00:18:25: Man hat ja diese große Vorstellung von den großen, krassen Events,
00:18:28: wie das so alles gemacht wird und wie man sich das alles vorstellt.
00:18:31: Und dann siehst du so die die nackte Wahrheit und denkst dir so,
00:18:34: okay, wow, das ist irgendwie alles überhaupt gar nicht so magisch,
00:18:37: wie man sich das vorstellt.
00:18:39: Das ist genauso wie, wenn du in L.A. sitzt, in einem Café oder in einem Restaurant,
00:18:43: neben dir einfach Owen Wilson sitzt und da isst. Und dann denkst du dir,
00:18:46: okay, das ist halt auch einfach ein Hollywood Schauspieler, der halt auch einfach
00:18:49: nur ein normaler Typ ist, der jetzt mit seinem Fahrrad gerade weggefahren ist.
00:18:53: Das ist so, okay, cool, da fahre ich einen Haken dran.
00:18:56: Und eine komische Nase hat, ja, stimmt.
00:19:01: Aber nichtsdestotrotz, du hast dann relativ zügig deine jetzt Frau getroffen. Ja.
00:19:11: War das Liebe auf den ersten Blick?
00:19:16: Für mich schon, für sie nicht.
00:19:20: Wir haben ja selbst einen Podcast zusammen. Da kommen wir öfter auf so Themen,
00:19:24: das machen wir jetzt auch seit
00:19:25: drei, vier Jahren schon, also da hat man irgendwann auch andere Themen.
00:19:28: Sie hat sich mit mir damals nur aus Langeweile getroffen, weil ihre Freundin
00:19:31: spontan eher weg musste.
00:19:34: Und dann war sie aber überrascht, dass ich nicht der Trottel aus dem Internet
00:19:38: bin, sondern doch ganz nett.
00:19:42: Also, ihr seid beide ja durchaus visibel im Internet und nicht nur im Internet,
00:19:51: sondern macht ja auch durchaus zusammen physische Produkte,
00:19:52: die ihr dann eben auch zusammen bewerbt, zusammen vertreibt,
00:19:56: unter anderem auch euer gemeinsamer Podcast.
00:20:00: Wann war für dich klar, das könnte mehr sein als nur irgendwie jetzt eine Person, die ich treffe?
00:20:09: Es war für mich irgendwie so das Bauchgefühl war einfach so die ganze Zeit recht
00:20:13: schnell, aber ich dachte so, boah, die ist es irgendwie, weil ich hab natürlich,
00:20:18: das ist das Praktische, wenn du als junger Mensch nach Köln kommst und direkt
00:20:20: auf der Studentenmeile wohnst, du hast auf jeden Fall viele Möglichkeiten,
00:20:25: und bei ihr war das aber irgendwie anders, weil da hat es irgendwie direkt so
00:20:28: Klick gemacht und bei ihr dann
00:20:29: recht schnell auch und wir sind auch recht schnell zusammengezogen und
00:20:33: es war halt irgendwie, sie war damals noch in der Ausbildung zur Bürokauffrau,
00:20:37: ich mit meinem Studium, wir waren beide noch sehr basic unterwegs und haben
00:20:41: uns über die Jahre einfach dann,
00:20:44: gemeinsam weiterentwickelt und das schweißt ja auch irgendwie zusammen.
00:20:47: Und was wir immer nach wie vor auch machen, das schätze ich sehr wert,
00:20:51: ist, dass wir uns gegenseitig irgendwie immer supportet haben und egal wie crazy
00:20:55: irgendwie manche Idee klingen, haben wir immer gesagt, okay,
00:20:57: wir probieren es jetzt erstmal,
00:20:59: mach du das mal oder ich supporte dich dabei und dann schauen wir einfach mal weiter.
00:21:03: Erinnerst du dich noch an irgendeine der frühen crazy Ideen,
00:21:06: die die du damals vielleicht nicht umgesetzt hast, aber die ihr damals so rumgesponnen habt.
00:21:15: Es war eher die, was so Arbeitsstationen danach passierte, weil ich immer gesagt
00:21:20: habe, hey, ich möchte gerne mal bei großen Unternehmen arbeiten,
00:21:22: das möchte ich gerne mal machen.
00:21:24: Oder wie gesagt, also unsere Leben waren einfach so lustig unterschiedlich,
00:21:28: weil sie halt um 5 Uhr aufstehen musste, um dann zur Ausbildung in so ein Chemiewerk
00:21:33: nach Dormagen zu fahren.
00:21:35: Und ich mit meinem studentischen Lebensstil so um 11 Uhr in der Uni,
00:21:38: habe noch bis 2 Uhr nachts Starcraft 2 gespielt im Bett, so neben ihr,
00:21:42: während sie schon am Pennen war. weil ich gedacht habe, okay,
00:21:44: jetzt werde ich da irgendwie meine E-Sports-Zukunft sehen.
00:21:47: Und nee, das war einfach, wir waren immer offen einfach für das,
00:21:50: was gerade so technisch war.
00:21:51: Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie stolz ich war, als der mal zu mir
00:21:54: in das Zimmer kam und gesagt hat, schau mal, das ist mein erstes Smartphone.
00:21:58: Das ist ein Samsung Galaxy.
00:22:00: Das sind jetzt Smartphones. Die haben Internet drauf. Wahnsinn, wie krass ist das denn?
00:22:04: Und ich habe sie halt immer damit reingezogen. Ich habe immer gesagt,
00:22:06: du musst das auch haben. Lass es voll gut.
00:22:09: Du weißt, du beschuldest dass sie heute noch auf Android ist, ne?
00:22:14: Naja, nee, nee, ich hab sie ja mittlerweile weggezogen. Wirklich? Ja, natürlich.
00:22:19: Ich hab ihr irgendwann zu Weihnachten ein iPhone geschenkt, weil sie gesagt
00:22:20: hat, ich ertrage es nicht mehr, dass wir Bilder von unserem Kind über so komplizierte
00:22:25: Art und Weisen tauschen müssen.
00:22:27: Mach das, hol dir da, hier, nein, ich hab nicht mal gesagt, hier ist das,
00:22:30: ich richte dir das ein und zack, und dann hat sie irgendwann verstanden,
00:22:33: ah, das macht Sinn. Okay, verstehe.
00:22:38: Ihr habt zusammen gewohnt und du bist dann ja Aber wahrscheinlich,
00:22:43: ich weiß nicht, mit was für einem Gefühl zu ihr gekommen und hast gesagt,
00:22:46: Fräulein, Schatz, Nadine, ich möchte gerne nach Hamburg gehen,
00:22:54: weil ich habe da diesen einen Job bekommen bei dem Unternehmen,
00:22:59: zu dem ich immer wollte. Ich gehe zu Google.
00:23:04: Ja, das war für Sie auch schon irgendwie klar gewesen, weil ich ja einer der
00:23:09: ersten größeren Google-Plus-Influencer war.
00:23:12: Also vielleicht für die jüngeren ZuhörerInnen. Philipp, was ist Google Plus?
00:23:19: Was war Google Plus? Was war Google Plus? Google Plus war der Versuch von Google,
00:23:24: es ähnlich wie Facebook zu machen, ein soziales Netzwerk zu etablieren.
00:23:29: Fürchterlich gescheitert, weil einfach es, glaube ich, von Menschen erschaffen
00:23:33: wurde, die sehr technisch unterwegs sind und gar nicht so zu 100% das Gefühl
00:23:37: haben, wie Menschen Menschen sind.
00:23:40: Und das war für mich aber damals perfekt, während der Studienzeit einfach,
00:23:44: weil Twitter war schon recht übersättigt, Facebook war übersättigt.
00:23:48: Aber du warst ja überall schon aktiv.
00:23:51: Also das ist nicht so, dass du gesagt hast, übersättigt, dann da gehe ich nicht
00:23:55: rein, sondern und du warst dabei, aber eben nicht ganz mit vorne.
00:23:58: Meine Historie war wirklich so damals ICQ, MSN als Messenger,
00:24:04: dann MySpace, Schüler-VZ, Studi-VZ.
00:24:07: Das habe ich alles mitgenommen. Und dann war für mich, neues soziales Netzwerk,
00:24:12: ich verstehe, wie Content funktioniert.
00:24:14: Ich probiere da mal sozusagen zu gucken, wie funktioniert eigentlich Viralität.
00:24:18: Was hast du für Content produziert damals?
00:24:21: Eigentlich viel Content über Google+. Wie funktioniert Google+,
00:24:24: was kann man machen, wie funktioniert der Algorithmus.
00:24:26: Du warst der Erklärbär. Ich war Erklärbär, ja.
00:24:29: Da habe ich mich immer wohl drin gefühlt, weil ich selber immer spannend fand,
00:24:32: neue Sachen zu lernen und die teile ich dann auch gerne.
00:24:36: Und darüber, dadurch, dass ich da so ein massives Engagement hatte.
00:24:40: Kam dann irgendwann der Kontakt auch zu Google zustande, wo es dann hieß,
00:24:43: hey, wir vergrößern unser Team.
00:24:45: Da sind neue offene Stellen, willst du dich darauf bewerben, dann mach das.
00:24:49: Und dann habe ich die Zusage bekommen, sozusagen als externer Mitarbeiter da
00:24:54: vor Ort, dann arbeiten zu dürfen.
00:24:57: Und da bin ich dann zu Nadine hin und habe gesagt, hey, das ist gerade die Möglichkeit,
00:25:02: die ich habe, kriegen wir das hin.
00:25:03: Und dann hat sie gesagt, so, ja, fällt dir sehr schwer, aber mach mal.
00:25:08: Ich will dich auch nicht festhalten.
00:25:10: Und dann habe ich mir in Hamburg gefahren, habe mir eine Wohnung angeguckt,
00:25:15: habe die Zusage dafür bekommen, in auch noch einem richtig schönen Stadtteil,
00:25:19: in Uhlenhorst, im schäbigsten Haus von Uhlenhorst.
00:25:21: Aber ich habe auf die ganzen Villen gucken dürfen.
00:25:24: Das ist ja immer der Punkt. Das hat meine Oma immer gesagt, ist ja egal,
00:25:26: wo du drin wohnst, Hauptsache der Ausblick ist schön. Und der war fantastisch.
00:25:30: Und es hat alles einfach irgendwie gepasst.
00:25:35: Und dann haben wir eine Wochenendbeziehung geführt, dass sie entweder nach der
00:25:39: Arbeit nach Hamburg kam, wir hatten dann noch damals auch unsere eine Hündin,
00:25:44: die war auch, glaube ich, ein halbes Jahr alt.
00:25:46: Entweder hatte ich sie dabei oder meine Frau und dann haben wir immer so hin
00:25:50: und her gewechselt und dass ich immer gependelt bin, also freitags wenn ich
00:25:53: dann durch war, mit der Schicht hab ich hier einen Zug gesetzt und bin,
00:25:57: nach Köln gefahren, weil ich zu dem Zeitpunkt noch keinen Führerschein hatte
00:26:00: hab ich das viel später gemacht Mhm.
00:26:05: War es der Job deines Lebens? Nee, null.
00:26:10: Ich wurde damals auch, ich habe dann damals auch einen Artikel darüber geschrieben,
00:26:13: warum das nicht mein Job des Lebens war und,
00:26:18: wurde dafür, so wie ich das Ganze argumentiert habe, auch hier und da durchaus
00:26:21: von Leuten kritisiert, weil die gesagt haben, du schmeißt da echt eine riesige
00:26:25: Chance weg, nur weil du keine Lust auf Pendelei hast und dich nicht wohlfühlst,
00:26:28: wo ich mir denke, ja, war eine richtige Entscheidung.
00:26:31: Einfach, also als Arbeitgeber ist Google super, wirklich. Sie machen alles für
00:26:35: dich. Ein jahres Essen, coole Leute, modernste Technik. Das ist wirklich toll.
00:26:39: Also da kann ich keinerlei Kritik üben.
00:26:42: Es war eher so für mich zu merken, auch wieder so dieses Entzaubernde.
00:26:47: So, ah, okay, das ist hier halt ein riesiger Konzern. Hier gibt es feste Strukturen, feste Meetings.
00:26:55: Und dazwischen kann man sich so ein bisschen ausleben, aber da,
00:27:00: wo ich zumindest war, hatte ich nicht das Gefühl, ich meine,
00:27:03: ich war auch noch recht jung, hatte ich nicht das Gefühl, dass man jetzt komplett
00:27:05: freidrehen kann oder mal was wirklich Verrücktes macht, sondern eher das Gefühl,
00:27:10: wir machen das so, weil wir nun mal das so machen.
00:27:14: Und damit störe ich mich halt extrem sehr schnell.
00:27:18: Ja, wenn du sagst, man konnte nicht wirklich mal was Verrücktes machen,
00:27:22: erinnerst du dich noch an irgendetwas, was dir die er damals vorgeschrieben
00:27:24: hat, was du nicht realisieren konntest?
00:27:28: Im Detail auch da wieder, tut mir leid, wenn ich die verrückten Weltideen habe, nicht.
00:27:34: Es war eher, es war halt alles so, also ich kam da hin mit dem Gefühl,
00:27:39: das ist der größte, einer der größten Firmen der Welt, da kann man bestimmt alles machen.
00:27:44: Und dann triffst du so eine klassische Bürokratie, die dann erstmal so dein
00:27:49: weites Sichtfeld, in meinem Fall, halt so kleiner werden lassen.
00:27:54: Dann so, ah, okay, ich muss jetzt hier halt diese Sachen abarbeiten und ich
00:27:59: muss auf den und den aus dem und dem Land mit dem und dem zusammenarbeiten,
00:28:02: weil die einfach höher gestellt sind.
00:28:05: Aber ich finde, was da so zurückkommt, hä, das geht doch viel cooler eigentlich.
00:28:10: Und dann bist du aber am Ende des Tunnels auch nur halt so eine kleine Figur,
00:28:15: und wahrscheinlich hätte ich da noch länger bleiben können, wenn ich gewollt hätte.
00:28:20: Also ich schaue, dass es mir auf jeden Fall gut gewesen und hätte wahrscheinlich
00:28:23: auch noch eine tolle Sache machen können, aber das war es mir am Ende nicht wert.
00:28:27: Mir hat irgendwas gefehlt. Und es war auch besser so, wenn mal weiter schon
00:28:31: was Standardes passiert ist, war die viel, viel bessere Entscheidung, wieder zurückzugehen.
00:28:36: Ja, bist du zurückgegangen mit dem Wissen, dass du zu Mediakraft gehst oder
00:28:40: bist du zurückgegangen und hast dir, okay, also du hattest schon durchaus den
00:28:46: Plan, wie es weitergehen sollte.
00:28:48: Ja, definitiv. Ich habe dadurch während meiner Arbeit bei Google,
00:28:53: habe ich Leute von MediaCraft King gelernt und war mit denen im Austausch und
00:28:57: fand das so faszinierend, was sie da bei YouTube machen, weil ich selber,
00:29:01: ich bin einfach auch nach wie vor so Typ Fernsehgeneration Fernsehen.
00:29:06: Ich komme nach Hause und mache den Fernseher an und YouTube war so für mich
00:29:09: so, ja, das gibt es, aber ich habe gar kein Gefühl dafür. Machst du es heute immer noch?
00:29:13: YouTube? Ja, ich weiß, dass du YouTube machst.
00:29:18: Ich meine, machst du immer noch den Fernseher an, wenn du nach Hause kommst?
00:29:23: Nee, das nicht mehr. Das ist eher meine Frau, Frau eher als ich.
00:29:28: Ich habe eigentlich, wenn ich was überhaupt noch auf dem Fernseher gucke,
00:29:31: dann ist es entweder Fußball oder aber irgendein Film, Kinofilm.
00:29:37: Aber die Hoheitsgewalt hier bei den TV hat sowieso meine Frau.
00:29:40: Und ich bin so krass, glaube ich, geschädigt, dass ich mir auch viele Sachen
00:29:45: einfach auf dem Handy angucke und da gar keinen großen Display mehr brauche,
00:29:50: und das ist so, deshalb, ja, Fernsehen ist ganz nett, aber bräuchte ich jetzt nicht.
00:29:54: Dafür habe ich einfach genug andere Laptop, iPad, wo ich gucken kann.
00:29:59: Genau, nee, und ich habe, dadurch kam halt für mich so dieses ganze Thema YouTube
00:30:02: auf den Tisch und wie auch schon bei Google Plus und bei allen anderen Netzwerken
00:30:06: war ich immer jemand, der gesagt hat, okay, weil ich das irgendwie damit arbeiten
00:30:09: muss, möchte, dann will ich es auch verstehen.
00:30:12: Und verstehen tut man es ja am besten, wenn man es macht. Und dann habe ich
00:30:15: angefangen, einen eigenen kleinen YouTube-Channel hochzuziehen und da meine
00:30:21: ersten Videos gemacht, auch mit der Webcam des MacBooks aufgenommen und dann
00:30:25: alles selbst geschnitten.
00:30:26: Ich hatte ja wenig Erfahrung, was so Schnitt angeht. Grafisch war ich schon
00:30:30: ganz stark, mit Photoshop, das konnte ich alles.
00:30:32: Und durchs Studium natürlich auch Webseiten bauen, Shops anlegen,
00:30:36: das konnte ich alles. Also das war alles schon in meinem Ding drin.
00:30:40: Aber so jetzt ein Video zu drehen und das zu editieren, worauf muss man achten,
00:30:44: worauf kommt es an, das war alles komplett Neuland und da habe ich mich dann
00:30:48: erstmal reingefummelt.
00:30:49: Was war damals so dein Content?
00:30:51: Ich habe News gemacht. Ich habe kuriose News gemacht. News, die man nicht in
00:30:56: den Nachrichten findet, also jetzt keine Verschwörungstheorien,
00:30:59: sondern weiß ich nicht, Sexroboter aus Japan oder so.
00:31:04: So Geschichte. So habe ich dann,
00:31:06: darüber berichtet. Und wie viele Menschen haben das damals angeschaut?
00:31:13: Es kam drauf an. Also die Sexy-Themen haben damals noch besser gezogen als heute.
00:31:18: Heute zieht sowas nicht mehr. Aber der Kanal ist recht schnell dank Mediakraft
00:31:23: auch so auf 30, 40, 50.000 Abonnenten gewachsen.
00:31:26: Und dann hat es natürlich auch Videos mit so 100, 200, 300.000 Views.
00:31:31: Also ich war ja schon, ich war nicht die erste Generation von YouTube.
00:31:35: Das waren ja eher so Leute wie Y-Titty, für die ich dann auch gearbeitet habe,
00:31:38: die sozusagen den Weg geebnet haben für diese ganzen Strukturen.
00:31:42: Und ich war ja so, weiß ich nicht, so zweite, dritte Welle war ich schon.
00:31:45: Also das war, da war schon viel vorhanden, wo man wusste, okay,
00:31:48: so und so funktioniert das und
00:31:49: auch dieser ganze Community-Gedanke bei Mediakraft, der hat mir geholfen.
00:31:55: Und ich meine, ursprünglich wolltest du mal E-Gamer werden, also E-Sportler,
00:32:00: auch wenn es einen Begriff damals noch gar nicht gab.
00:32:03: Du bist dann zu Google gegangen, dann war es bei Mediakraft,
00:32:06: also ich, keine Ahnung, ob du in diesen Kategorien gedacht hast,
00:32:11: aber hast du dir Gedanken gemacht,
00:32:13: womit du quasi dauerhaft deinen Lebensunterhalt bestreiten wirst?
00:32:20: Eigentlich gar nicht. Also ich wollte immer eine gewisse Freiheit in meinem
00:32:23: Handeln haben. Ich wollte was mit Medien machen, was mir Spaß macht.
00:32:28: Und alles andere, also diese Weitsicht, nee, hab ich nicht. Also das war...
00:32:33: Und das hat mich eher deprimiert, wenn ich mir gedacht habe,
00:32:35: okay, was mache ich denn mit 40?
00:32:36: Das schränkt mich eher ein, als wenn ich sage, hey, das bringt gerade Geld rein,
00:32:40: das macht mir auch nur Spaß und ich kann mich irgendwie verwirklichen, let's do it.
00:32:45: Und bei mir der Kraft wirklich, das war ein, das war wirklich ein Fiebertraum
00:32:51: an Arbeitszeit, also was da so passiert. Also nach wie vor habe ich sehr gute Freunde aus der Zeit.
00:32:58: Und wenn wir dann zusammensitzen, kommen wir immer wieder auf das Thema zurück,
00:33:01: weil es waren verdammt viele junge Menschen.
00:33:04: Es war durchaus Investmentgeld aus überen Etagen da, um verrückte Ideen umzusetzen.
00:33:11: Und das mit recht wenig Kontrolle. Das ist wirklich, also es war eine großartige
00:33:16: Zeit, muss ich wirklich sagen.
00:33:19: Irgendwie, so Pi mal Daumen, die Zeit muss es auch gewesen sein,
00:33:22: dass Snapchat auf den Radar gekommen ist.
00:33:26: Ich weiß nicht, ob du da immer noch bei Mediakraft warst oder nicht mehr,
00:33:30: aber du warst so der, glaube ich, erste Mensch in Deutschland, der,
00:33:36: also vielleicht warst du nicht der Erste, der Snapchat wirklich verstanden hat,
00:33:39: aber du warst definitiv derjenige, der wahrscheinlich wie auch zuvor bei Google
00:33:43: Plus einfach all in gegangen ist und gesagt hat, ich erarbeite mir das jetzt
00:33:48: und wurde es zum Snapchat-Erklärbär.
00:33:51: So haben wir uns kennengelernt, weil du ein Buch geschrieben hast,
00:33:56: das du zum kostenlosen Download, glaube ich, bereitgestellt hast,
00:33:59: wenn ich mich richtig entsinne.
00:34:02: Snap me if you can, ja. Snap me if you can. Ja, okay.
00:34:06: Das war dann ein lustiges Brainstorming.
00:34:08: Ich kann es mir wirklich vorstellen. Wie nenne ich das Ding?
00:34:14: Das Google Plus Buch hieß Plus 1.
00:34:20: Was war deine Intention? Ich schätze du wolltest nicht einen Job bei Snapchat haben,
00:34:26: Ich hätte mich auf einen bewerben können in Irland, habe ich aber nicht gemacht.
00:34:31: Es war für mich einfach wieder dieses Bauchgefühl, war wieder da,
00:34:35: oha, da ist was Neues, da kommt gerade was Neues, hat eine unfassbare Macht.
00:34:38: Ich sehe immer mehr Leute in meinem Umfeld, die nutzen das. was.
00:34:41: Google Plus war ja durch, YouTube war auch wieder so ein gesättigter Markt und
00:34:46: dann war bei Snapchat einfach, was mich so interessiert hat, war diese.
00:34:50: Komplette, dieses ganze Nutzerinterface, all das, was wir heute bei Instagram
00:34:54: Stories und so weiter so ganz natürlich nutzen, auch dass so Sachen nach 24
00:34:58: Stunden wechseln und so.
00:34:59: Es ist ja alles, all das, auch TikTok, all die Sachen, die wir heute sehen,
00:35:03: basieren ja einfach auf der Originalität von Snapchat und das hat mich einfach nicht losgelassen.
00:35:10: Dass ich einfach verstehen wollte, wie funktioniert es und dann habe ich es
00:35:13: verstanden und dann habe ich auch da wieder drüber geblockt berichtet und dann
00:35:17: kamen natürlich die ganzen großen Firmen auf mich zu und sagten,
00:35:20: hey, wir verstehen das überhaupt nicht, wir haben Sorge, hier was zu verschlafen,
00:35:23: kannst du uns das erklären?
00:35:23: Und dann bin ich da im großen Wanderzirkus zu den größeren Brands gefahren.
00:35:31: Fastfoodketten, Energy, Drink, Hersteller, das war wirklich wild.
00:35:36: Ich habe da an verschiedensten Stationen gesessen. Im Nachhinein ärgere ich
00:35:40: mich ein bisschen rückblickend, weil ich damals natürlich Werbung,
00:35:44: also Leuten ein Produkt erklärt habe, was mir nicht gehört.
00:35:47: Und hätte ich damals schon das Wissen von jetzt gehabt, hätte ich es direkt
00:35:51: wahrscheinlich mit einer Agentur verbunden und Creative Leistungen angeboten.
00:35:55: Und dann auch wahrscheinlich das deutlich größere Geld gemacht,
00:35:58: als wenn ich mich da hinstelle, zwei Stunden mein Speaker-Gehalt mitnehme,
00:36:01: was auch super bezahlt war, keine Frage.
00:36:03: Aber da hätte ich was viel Besseres rausbauen können. Also das nervt mich im
00:36:06: Nachhinein, dass ich diese Chance liegen gelassen habe.
00:36:09: Und wenn du das gerade so beschreibst, stelle ich mir tatsächlich die Frage,
00:36:14: was war damals dein Antrieb? Weil du sagst, ich hätte mehr Geld machen können.
00:36:19: Was aber war dein Antrieb?
00:36:22: Es war auf jeden Fall Geld machen, definitiv. Weil ich es spannend fand,
00:36:26: dass ich, also es war ein Mix aus, ich bekomme Anerkennung für mein Wissen, das was ich habe.
00:36:34: Ich liebe es, vor Leuten zu sprechen, Leuten Sachen zu erklären.
00:36:38: Und es wird auch noch sehr gut bezahlt.
00:36:41: Diese Kombination ist fantastisch. Also das ist, ich erinnere mich noch,
00:36:45: ich stand damals mal und es, wenn ich jetzt gar nicht die, ich war auf einer
00:36:49: riesigen Handwerksmesse.
00:36:51: Da sollte ich übers Snapchat reden und jetzt rate, in welcher Stadt diese fantastische
00:36:57: Handwerksmesse war. Du wirst es sofort wissen.
00:36:59: Natürlich. Also so eine Messe, wie du sie beschreibst, kann nur in Hannover
00:37:04: stattfinden. Exakt, ja.
00:37:06: Und dann stand ich da in Hannover vor, weiß ich, 200, 300 handwerksinteressierten
00:37:12: Menschen und habe denen versucht, Snapchat zu erklären.
00:37:15: Und das war wirklich so für mich so ein Moment, wo ich dachte,
00:37:18: ach du Scheiße. all meine Inside-Jokes, die hier, die sonst in so Medien-Fancy-Schmancy
00:37:23: Hamburg-Berlin-Agenturen funktionieren, ziehen hier halt gar nicht.
00:37:27: Niemand von denen hat Breaking Bad gesehen.
00:37:29: So, es wird echt schwierig, jetzt hier durchzukommen. Und dann habe ich mich
00:37:32: da irgendwie so durchmanövriert und das war eine so fürchterlich langweilige Messe.
00:37:38: Aber, ja, auch das war dann, war auch mal nett, sowas sehen,
00:37:42: aber ich habe schon eher so eine Freude daran gehabt, dann eher so bei TV-Sendern
00:37:45: oder großen Marken zu sitzen und denen Snapchat zu erklären.
00:37:48: An, einfach auch zu sehen, okay, was machen die da raus und ich wollte halt
00:37:51: auch so ein Stück weit gucken, wo geht es denn am Ende hin, wenn ich das jetzt
00:37:54: so mache, wenn ich das noch annehme und das noch annehme und ja,
00:37:57: aber mit Wissen von jetzt hätte ich da besser mal eine eigene Serviceleistung mitgebracht.
00:38:02: Ja, es ging dann tatsächlich nicht ewig lang mit Snapchat weiter,
00:38:07: zumindest nicht, was die Medienöffentlichkeit anging, weil Snapchat irgendwann ja doch.
00:38:13: Für die, zumindest für das Marketing ja von Instagram abgelöst wurde, als der Kanal.
00:38:20: Du hast 2018, 2019 privat eine sehr folgenschwere Entscheidung getroffen,
00:38:28: nämlich für dich entschieden, dich vegan zu ernähren. Weißt du noch, wie das passiert ist?
00:38:35: Ich kann mich sehr gut noch daran erinnern. Ich habe möglicherweise im Vorfeld
00:38:40: immer wieder mit meiner Frau vegetarisch ausprobiert. Sie kam eher mit dem Thema
00:38:44: um die Ecke, weil ich mir gedacht habe, das war ein Quatsch.
00:38:46: In der Mediakraftzeit habe ich öfter mal mit Veganern zu tun gehabt.
00:38:48: Das hat die alle fürchterlich nervig und anstrengend, weil man mit denen nicht
00:38:52: einfach nur essen gehen konnte.
00:38:54: Wie hast du dich damals ernährt? Schlecht und alles.
00:39:00: Okay. Also gerne einen Döner für einen Euro.
00:39:04: Ja, am besten, natürlich. Und ich würde heute noch einen veganen Döner für einen
00:39:09: Euro essen. Das würde ich nach wie vor mitnehmen.
00:39:11: Da bin ich, glaube ich, zu deutsch. Aber das war immer wieder mal umprobiert
00:39:17: mit der Ernährungsweise und dann hat sich auch so in unserem Beziehungsleben
00:39:20: das irgendwann so rauskristallisiert, dass ich der bin, der kocht.
00:39:24: Das war so eine stumpfe Arbeit, die mir irgendwie dann doch Freude gemacht hat.
00:39:31: Ich hatte so ein Ergebnis am Ende des Tages.
00:39:33: Das war ganz nett, weil ich ja eigentlich immer schon digital gearbeitet habe.
00:39:36: Und jetzt, wie mein Vater, der Dachdeckermeister ist, so was mit meinen Händen
00:39:42: anpacken muss und dann daraus Sachen baue, das ist ja eher alles viel im Kopf
00:39:46: statt und im digitalen Programm.
00:39:48: Und Kochen war für mich dann eher so eine Zuflucht, wo ich gemerkt habe,
00:39:52: okay, ich mache ja auch was. und dann habe ich ein cooles Ergebnis im Idealfall.
00:39:57: Und dann war das so, dass wir da mit Hum experimentiert haben.
00:40:01: Ich habe aber eher immer so keinen Bock darauf gehabt.
00:40:04: Und dann ist aber mehr oder weniger so, dass diese ganze Wahrnehmung hat sich so verändert.
00:40:10: Da gab es ja damals dann auch mal mehr so, dass die Grünen langsam so im Trend
00:40:15: wieder hochkamen, das Thema Umwelt, Klima spannender wurde und dann auch mehr
00:40:20: natürlich der Fokus so, hey, was essen wir hier eigentlich? Wo kommt das eigentlich her?
00:40:24: Weil ich ja auch teilweise mit Leuten zu tun hatte, die dachten,
00:40:27: dass Kühe immer Milch geben.
00:40:28: Und wo du auch sagst, so, nee, Leute, warte mal. Wenn die Milch geben,
00:40:33: dann heißt das, die haben ein Kälbchen gehabt.
00:40:35: Und wo ist es denn? Stellt euch die Frage lieber mal.
00:40:38: Und das waren dann so Sachen, zu der Zeit gab es auch mehr Dokus,
00:40:41: die das dann aufbereitet haben und das war dann eher so, dass ich bei einer
00:40:46: Doku im Fernsehen hängen geblieben bin, am ZDF oder ARD war es und da gab es dann,
00:40:52: da ging es auch so um Massentierhaltung, an sich die Doku von den Bildern her
00:40:55: war überhaupt nicht schlimm,
00:40:56: das war jetzt keine so eine krasse schlimme Doku-Doku, das war eher sowas dokumentarisch
00:41:02: okay gefilmtes, sodass sich der typische ARD-ZDF-Zuschauer jetzt nicht denkt
00:41:06: so, so, boah, was ist hier denn jetzt los?
00:41:08: Da falle ich direkt aus meinem Sessel und mir Weintrauben schüttel ich weg.
00:41:12: Es war dann eher so, da wurden dann Schweine gezeigt und dann hieß es so,
00:41:15: ja, dass die Schweine auf ihrem letzten Weg zum Schlachter Angst empfinden.
00:41:19: Das war die einzige Aussage, die der Aufsprecher gesagt hat.
00:41:22: Und diese Aussage hat sich halt bei mir so krass in meinen Kopf reingebrannt,
00:41:27: wo ich dann so dachte, so, warte mal,
00:41:29: ja, es scheint ja so zu sein, dass wenn wir andere Tiere essen, die natürlich,
00:41:35: also wie kann Angst empfinden, wenn die dann geschlachtet werden.
00:41:39: Das hat für mich so, wie konnte ich das? Also ich bin jetzt nicht der ultraschlauste Mensch der Welt.
00:41:45: Ich denke auch schon, dass ich einen gewissen Intellekt mitbringe,
00:41:48: aber dieser Part einfach, das so ausgeblendet zu haben und dann habe ich mich
00:41:54: so ein bisschen auch betrogen gefühlt von der Welt und dem Marketing.
00:41:57: Weil wenn du dir mal anschaust, wenn da auf der Autobahn so ein Viehtransporter
00:42:01: von Tönnies an dir vorbeifährt, da sind da einfach hinten drauf grinsende,
00:42:05: lustige Tiere drauf, die sich denken, geil, wir fahren jetzt alle lachend in
00:42:08: die Kreissäge, das ist unser Leben, genial.
00:42:10: Und du kriegst es ja auch weder in Schule noch sonst wo nirgends so irgendwo
00:42:14: beigebracht, so richtig, die Hintergründe, weil das ja alles schon fertig im
00:42:20: Supermarkt liegt, du hast ja teilweise an die Leute gar keinen Bezug mehr dazu,
00:42:23: was es eigentlich für ein Tier ist, was da in der Packung liegt.
00:42:26: Und das hat mich irgendwie sehr mitgenommen und bewegt und dann habe ich mir gedacht, so ey,
00:42:31: wir waren damals natürlich noch in der Konstellation so, nur meine Frau und
00:42:34: ich, nur alleine, So, ich eh am Kochen, wir jetzt auch nicht so überschwänglich
00:42:38: viel am Essen, lass mal gucken, ob wir statt vegetarisch uns vegan ernähren können.
00:42:43: Und dann war das eher wieder so ein Stück weit auch so ein Modus so getriggert
00:42:47: wie bei Snapchat, bei Google Plus so, ah das ist so ein Upcoming-Bereich,
00:42:51: der scheinbar immer mehr auch auf Interesse stößt, den aber viele Leute nicht verstehen.
00:42:56: Ich selber habe es nicht verstanden und dann wollte ich ihn verstehen und habe
00:42:59: mich dann so selbst in dieses Experiment reingewagt, auf Basis dieses schlechten
00:43:03: Gewissens, was ich durch die Doku hatte.
00:43:05: Und auch da bin ich, wie bei meiner Frau, dann dabei geblieben.
00:43:11: Nachdem du dieses Erweckungserlebnis hattest und diese Empathie für dich am
00:43:17: ehesten das Beschreiben empfunden hast für die Tiere.
00:43:23: Hat es jemals wieder den Gedanken, Fleisch zu essen oder generell tierische
00:43:29: Produkte zu konsumieren?
00:43:32: Nee, wirklich nicht. Also es gibt so...
00:43:35: Ich bin ein Mensch, der sehr flexibel ist und gerne Sachen über den Haufen wirft
00:43:39: und da jetzt so feste Strukturen gerne auch mal hinterfragt.
00:43:42: Aber es gibt einfach so wenige Momente bei mir oder wenige Dinge bei mir,
00:43:47: wenn die einmal sich so festsetzen, dann ist das für mich gesetzt.
00:43:53: Und wie ich schon sage, es ist ein ähnliches Gefühl bei einer Frau,
00:43:56: wo ich ihr dann auch gesagt habe, so, das ist es.
00:43:58: Das war dann so bei der Ernährungsfrau, so, hey, ich stelle fest,
00:44:01: mir fehlt es eigentlich an nichts. Ich war ja schon nie der große Fischesser gewesen.
00:44:06: Ich habe nie jetzt so die riesige Fleischvariation mehr reingezogen.
00:44:10: Das war immer schon sehr, so diese Standardsachen, die eh schon verarbeitet waren.
00:44:15: Käse war bei mir auch schon immer so ein bisschen begrenzter.
00:44:17: Und dann den Switch zu machen und zu sagen, okay, jetzt ernähre ich mich anders und sorge aber dafür,
00:44:24: dass deutlich weniger andere Lebewesen Angst davor haben oder Angst in dieser
00:44:29: Kette haben müssen, weil ich was essen möchte.
00:44:31: Das fand ich auch irgendwie so ein bisschen beruhigend. Das hat mir nochmal
00:44:33: so diesen Trust gegeben.
00:44:35: Und natürlich auch da wieder, wo ich den Content dann mehr oder weniger dann
00:44:39: darauf umgestellt habe,
00:44:41: auch da wieder gemerkt, okay, Rieseninteresse, Leute wiederum haben Fragen dazu,
00:44:46: zu, ich kann in meiner Lieblings erklärbare Manier wieder Sachen erklären.
00:44:51: Das hat dann wieder da auch komischerweise gefittet.
00:44:54: So und dann ging es ja, es war ja dann auch wieder so eine Wendung im Lebensweg,
00:45:01: die ich vor zehn Jahren niemals so gedacht hätte. Ja.
00:45:05: Du bist im ganzen Jahr bis heute treu geblieben und bist ja heute auch einer
00:45:10: der größten und bekanntesten Creator oder Influencer in dem im Bereich vegane
00:45:17: Ernährung und auch durchaus vegane Lebensweisen.
00:45:21: Du hattest dann wenig später ein anderes einschneidendes Erlebnis,
00:45:26: was, glaube ich, jeder Mensch auch als solches klassifiziert,
00:45:31: nämlich die Geburt eines eigenen Kindes. Ja.
00:45:35: Und was mich so ein bisschen wundert, ist, du und deine Frau,
00:45:41: ihr habt euch entschieden, dass euer Kind weitestgehend unöffentliches Leben führt.
00:45:47: Das allein wundert mich nicht, weil, mein Gott, das ist ja an sich eine sehr
00:45:52: verantwortungsvolle Entscheidung, die ihr da getroffen habt.
00:45:55: Aber ihr seid jetzt auch nicht irgendwie, ich meine, ihr seid beide Menschen
00:46:01: mit einer großen Öffentlichkeit.
00:46:03: Ihr bezieht euren Lebensunterhalt letztendlich aus eurem Leben und auch euer
00:46:08: Leben zu dokumentieren bis zu einem gewissen Punkt und seid semi-öffentliche Personen.
00:46:13: Es gibt Dinge, die wahrscheinlich bei euch privat bleiben, aber ihr seid nicht
00:46:17: die Eltern-Influencer geworden. Es hätte ja auch so einfach sein können,
00:46:20: irgendwelche Anleitungen.
00:46:21: Sieben Tipps für das Leben mit Kind oder sieben, keine Ahnung,
00:46:26: vegane Ernährungsweisen für Babys. All das habt ihr nicht gemacht.
00:46:30: Habt ihr das diskutiert oder ist das etwas, was zwischen euch einfach so ein
00:46:34: unausgesprochenes Gesetz war, bei dem du das Gefühl hattest,
00:46:37: hier sind wir auf einer Wellenlänge. Das kommt für uns nicht in Frage.
00:46:41: Ja, letzteres. Also wo es um das Kindern selber ging, ob wir das mit in unser
00:46:45: Selbstmarketing mit reinnehmen.
00:46:50: Die Diskussion gab es, aber jetzt nie so, dass einer von uns beiden gesagt hätte,
00:46:54: lass uns das machen, sondern wir haben eher links und rechts geguckt bei Leuten
00:46:58: und uns da auch Rat geholt bei Leuten, die schon Kinder hatten oder haben und
00:47:03: entsprechend auch in der Öffentlichkeit stehen.
00:47:05: Und die dann eher so gefragt, weil wir hatten dann Fälle von Leuten,
00:47:08: die zeigen ihre Kinder, wir haben Fälle von Leuten, die zeigen ihre Kinder nicht.
00:47:11: Und mit denen haben sie immer dann ins Gespräch gegangen und haben auch gefragt so, ey,
00:47:15: Hast du Vor- und Nachteile gesehen? Wie sieht das so aus? Sieht das so aus? Sieht das so aus?
00:47:18: Man muss natürlich auch fairerweise dazu sagen, dass wir, mein Frau und ich,
00:47:22: jetzt nicht diese immense Influencer-Größe haben,
00:47:26: dass so ein krankhaftes Interesse an unserem Kind bestünde, wie beispielsweise
00:47:31: bei einem PewDiePie, einem der größten YouTuber der Welt, oder bei BibisBeautyPalace oder so Leuten,
00:47:38: die ja wirklich so top-notch sind in ihrer Sparte, wo man Sorge haben muss,
00:47:42: dass wenn man das Kind nicht zumindest mal kurzzeitig zeigt,
00:47:45: zumindest als Baby mal ein Foto hier und da.
00:47:47: Also dann, wie gesagt, ich habe Fälle mitbekommen, dass Fans einfach in den
00:47:52: Kinderwagen rein fotografiert haben bei denen einfach und dann erpressen wollten
00:47:56: mit den Fotos, wie die Kinder aussehen.
00:47:59: Und da sind wir zum Glück weit von entfernt, dass das bei uns so dieses krasse
00:48:06: Interesse daran ist, was jetzt mit unserem Kind ist.
00:48:09: Dadurch, natürlich hier, wo wir wohnen, werden wir auch erkannt,
00:48:12: auch im Supermarkt, wenn das Kind dabei ist und der ist dann immer sehr irritiert,
00:48:17: warum die Leute uns anreden und wir erzählen dann, die kennen uns halt von Videos
00:48:21: und das erzählen wir ihm dann.
00:48:24: Aber für uns war immer klar, wir wollen nicht Geld mit ihm ihm verdienen.
00:48:29: Wenn er irgendwann sich dazu entschließen sollte, im vollgeschrittenen Alter
00:48:32: das auch machen zu wollen, kann er das, dann wären wir da auch nochmal eine
00:48:35: andere Diskussion zu führen.
00:48:37: Aber wir wollten nicht über seinen Kopf hinweg entscheiden, wann er in der Öffentlichkeit
00:48:43: zu stehen hat und wann nicht. Das soll er selbst machen.
00:48:46: Und damit sind wir bis heute gut gefahren.
00:48:49: Es passiert mir hier und da zum Beispiel, wenn wir im Podcast reden,
00:48:53: dass ich seinen Namen sage, wo ich dann im Nachhinein das dann wieder rausschneide
00:48:56: oder aber eine sehr sensible Community hier habe, die dann mir privat schreibt
00:48:59: und sagt, ey, anstelle XYZ sagst du, glaube ich, den Namen des Kindes.
00:49:03: Dann gehe ich rein, editiere den raus. Fertig.
00:49:07: Selbst die im Kindergarten wissen, was wir machen, weil die uns teilweise schon vorher kannten.
00:49:11: Also das ist eh so ein schwebendes Ding.
00:49:19: Aber wir wollten nie mit ihm Content machen und auch nicht auf Kinder-Content umstellen.
00:49:23: Also ich sowieso nicht, weil als Vater,
00:49:27: Vater ist mir ja noch so ein Stück weit, ein, zwei Schritte,
00:49:31: vor allem in der Anfangszeit, ja, entfernter als Mutter und Kind,
00:49:35: allein schon durch die ganze biologische Bindung und das Ganze, was zusammenhängt.
00:49:40: Aber meine Frau war auch nie so, dass sie gesagt hat, boah, ich werde jetzt
00:49:42: irgendwie Momfluencerin, auch wenn das insane viel Geld gebracht hätte.
00:49:46: Definitiv. Also die Leute waren wirklich interessiert und hätten mir den gezeigt
00:49:49: und wie er aufwächst. Das sind einfach Sachen, die klicken sich nach wie vor extrem gut.
00:49:55: Und da muss man halt die Entscheidung Scheinung treffen. Stell dich nicht darauf
00:49:58: ein, mach das, nimm das mit oder lass es halt.
00:50:01: Du hast vor ein paar Minuten, als es um Snapchat ging, gesagt,
00:50:04: du bereust es bis zu einem gewissen Punkt,
00:50:06: dass du den geschäftlichen Aspekt nicht vollkommen durchdrungen hast und Geld
00:50:17: hast fliegen lassen, obwohl du dein Geld verdient hast.
00:50:19: Jetzt hast du es durchdrungen und siehst das Potenzial, das möglich wäre,
00:50:23: wenn ihr als Eltern euer Kind kapitalisieren würdet oder eure Rolle als Eltern
00:50:30: kapitalisieren würdet.
00:50:31: Glaubst du, dass du das irgendwann bereuen wirst, dass du es heute nicht machst?
00:50:35: Nee, definitiv nicht, weil ich kenne diese ganze Eltern-Community, diese Momfluencern so.
00:50:43: Wenn ich mir die Communities da anschaue, das ist alles fürchterlich.
00:50:46: Also dieses Judgment, diese Verurteilung, wer ist jetzt der bessere Vater,
00:50:51: die bessere Mutter, das ist alles so toxisch teilweise.
00:50:54: Da halte ich mich lebenswerterweise komplett raus. aus.
00:50:58: Ich bin ja auch für die Hardcore-Veganer nicht vegan genug. Also das ist so,
00:51:01: wo ich sage, okay, macht euer Ding, lasst mich alle in Ruhe.
00:51:04: Ich ziehe meins durch und schaue mal, was ich so mit dem, was ich jetzt mache,
00:51:10: was ich daraus machen kann.
00:51:12: Hattest du schon immer dieses Selbstbewusstsein zu sagen, Freunde,
00:51:16: you do you und ich bin Philipp?
00:51:18: Oder ist das etwas, was du mit den Jahren gelernt hast?
00:51:23: Das musste ich mit den Jahren lernen, weil du, wenn du dich in eine deine Öffentlichkeit
00:51:27: begibst und Content veröffentlicht, automatisch auch auf Leute triffst,
00:51:31: die dich richtig scheiße finden.
00:51:32: Einfach nur, weil du nicht so aussiehst, wie die es gerne hätten.
00:51:36: Und vielleicht dann auch mehr Klicks hast, als sie gerne haben möchten.
00:51:43: Und dann kriegst du auch einfach stumpfe Kritik und stumpfe Äußerungen,
00:51:47: sei es optisch, sei es andere Sachen.
00:51:49: Das gehört einfach dazu. Leider.
00:51:52: Und da muss man auch irgendwie eine Distanz entwickeln und irgendwann verstehen,
00:51:56: stehen, hey, der Typ, der jetzt gerade unterschreibt, dass ich einfach scheiße und dumm bin, der,
00:52:02: macht das wahrscheinlich eher aus einer Note raus, weil er selber unzufrieden
00:52:05: ist und der kennt mich ja gar nicht.
00:52:07: Und das ist aber wirklich, es ist jetzt leichter gesagt mit,
00:52:10: ich meine, ich mache das jetzt seit, weiß ich nicht, 13, 14 Jahren,
00:52:16: da entwickelt man so ein Stück weit eine Distanz zu oder kann das besser nehmen,
00:52:21: aber nach wie vor, wenn mir einer blöd kommt, dann nervt es mich trotzdem noch.
00:52:25: Aber ich kann mittlerweile damit besser umgehen.
00:52:28: Du hast eine Therapie gemacht. Immer noch.
00:52:34: Du machst immer noch eine Therapie und sprichst auch tatsächlich darüber. Ist das etwas,
00:52:41: die Therapie Teil des Prozesses, um auch mit solchen Reaktionen besser umzugehen?
00:52:49: Ich würde sagen, das trifft da sehr gut mit rein, weil ich mich natürlich mittlerweile auch in einem.
00:52:57: Umfeld befinde, wo man sehr von Zahlen abhängig ist und das Schlimme ist,
00:53:02: wenn man von Zahlen abhängig ist, im Sinne von Wachstum, wächst das alles,
00:53:05: gucken sich das genug Leute an,
00:53:07: dann ist man sehr schnell auch, ah Mist, es gucken sich nicht so viele Leute
00:53:10: Hört ihr mir das Video an? Liegt es an mir?
00:53:13: Bin ich einfach schlecht? Bin ich einfach nicht mehr gut genug? Ist meine Zeit vorbei?
00:53:17: Und, und, und, und, und. Dann ist man sehr schnell in so einer Abwärtsspirale
00:53:19: drin, die nicht gut ist und die überhaupt nicht produktiv ist, die einen eher lähmt.
00:53:24: Und da in dem ganzen Prozess auch mal zu lernen, zu sagen, okay,
00:53:27: wer oder was bin ich eigentlich? Bin ich meine Aktion?
00:53:31: Bin ich, also, was bin eigentlich ich?
00:53:34: Und da dann so ein Selbstvertrauen reinzuentwickeln, Und das ist auf jeden Fall meine Mission,
00:53:40: weil ich auch sehr leistungsbezogen erzogen wurde hinsichtlich bring deine Leistung,
00:53:46: wenn du die bringst, ist alles gut und wenn du sie nicht bringst,
00:53:49: dann sind wir aber enttäuscht.
00:53:51: Und wenn man sich das mal dann alles so ein bisschen durcharbeitet und dann
00:53:55: versucht zu verstehen, dann hilft das auf jeden Fall einem selbst,
00:53:59: aber ich merke halt auch vor allen Dingen, das war mir wichtig,
00:54:02: deshalb habe ich das auch so in der Anfangszeit, wo das Kind dann da war,
00:54:06: angefangen, weil ich einfach mich besser verstehen wollte in der Hoffnung,
00:54:09: ich kann dadurch ein besserer Vater sein und Stand jetzt würde ich sagen,
00:54:15: ja, es hilft mir definitiv, dass ich ein besserer Vater sein kann.
00:54:22: Erinnerst du dich noch an den Tag, an dem du entschieden hast,
00:54:25: ich mache das wirklich mit der Therapie?
00:54:28: Ähm, es war eher so, dass meine Frau so ein Jahr Vorsprung hatte,
00:54:34: was das ganze Thema anging und ich immer so von ihr dann gehört habe,
00:54:37: wie das so bei ihr so abläuft und fand das dann interessant,
00:54:41: weil sie, weil ich das Gefühl hatte, so die Therapeutin selbst hilft einem dann
00:54:47: entsprechend so die eigene Toolbox, den eigenen Werkzeugkasten,
00:54:51: den man so hat, zu erweitern mit verschiedenen neuen Werkzeugen,
00:54:54: die man dann nutzen kann.
00:54:55: Und das war für mich immer alles so, okay, das ergibt total Sinn,
00:54:58: krass, wow, das ist ja auch etwas, da habe ich gar nicht drüber nachgedacht,
00:55:01: ja, stimmt eigentlich, ah, okay.
00:55:02: Okay, und dann war das für mich dann, so nach einem Jahr habe ich mir dann gedacht, so ja,
00:55:08: weil ich hatte schon mal in der Vorfälle, vor ein paar Jahren,
00:55:11: hatte ich mal so ein Erstgespräch mit einem Therapeuten und das fand ich ganz
00:55:14: fürchterlich, weil der Therapeut selber wirkte auf mich sehr von oben herab.
00:55:19: Das war alles überhaupt nicht, ich habe mich eher dann schlecht gefühlt, dass ich da bin.
00:55:23: Und bei der Frau, bei der ich jetzt bin, das ist komplett anders.
00:55:26: Also da ist wirklich, ich glaube, ich kann mit niemandem so offen reden wie
00:55:29: mit dieser Person. und auch das Ganze, wie sie die ganzen Themen angeht,
00:55:34: ist halt alles sehr einleuchtend.
00:55:36: Man arbeitet sich ja vieles eigentlich selbst und das hilft mir auf jeden Fall
00:55:41: sehr, an manchen Tagen nicht durchzudrehen.
00:55:48: Kann ich gut nachvollziehen.
00:55:54: Wir kommen so langsam in der Gegenwart an. Du hast Anfang des Jahres eine Reise
00:55:59: bestritten, die ich auf Instagram verfolgt habe, die dich nach Japan gebracht hat.
00:56:03: Und das war für mich tatsächlich so, ich will nicht sagen so ein Erweckungserlebnis,
00:56:09: aber mein Sohn hat vor zwei Jahren, anderthalb Jahren so einen Hardcore-Pokémon-Flash gehabt,
00:56:17: dass er alles, was mit Pokémon zu tun hat, aufgesogen hat und damals noch nicht
00:56:22: lesen konnte und sich aber trotzdem die absurdesten Dinge gemerkt hat und ich
00:56:28: nie diesen Zugang hatte.
00:56:29: Weder zu Pokémon noch zu irgendeiner anderen Form von Manga-Kultur.
00:56:33: Und ich glaube, allein deswegen schon nie so richtig nachvollziehen konnte,
00:56:38: was Menschen an Japan finden, außer jetzt vielleicht das Kulinarische,
00:56:42: das mich tatsächlich sehr interessiert hat.
00:56:44: Und dann warst du da und hast ja, du warst ja nicht nur in Tokio,
00:56:47: sondern du hast ja Japan bereist.
00:56:50: Dann dachte ich, da würde ich doch gerne mal hin.
00:56:55: Was hat dich dazu bewogen, diese Reise anzutreten?
00:56:59: Und du hast mir im Vorfeld ja auch gesagt, das war ja für dich selbst gar nicht
00:57:07: so einfach, weil du diese Reise ohne deine Familie angetreten bist,
00:57:10: was ja letztlich dann auch so ein Prozess war, zu akzeptieren,
00:57:16: dass das trotzdem okay ist.
00:57:20: Also genau, ich muss da ein bisschen weiter ausholen. Im Gegensatz zu dir bin
00:57:23: ich mit Pokémon groß geworden.
00:57:25: Also so vierte Klasse kam die erste Pokémon-Gameboy-Version raus.
00:57:29: Pokémon Rot hatte ich als erstes und dann später Pokémon Blau.
00:57:32: Also es war genau meine Zeit. Und immer wenn ich nach Hause kam,
00:57:36: war es so, dass ich entsprechend, wenn ich Fernseher angemacht habe, RTL 2, lief Pokémon.
00:57:43: Danach Digimon, abends lief dann Dragon Ball.
00:57:46: Das war, damit bin ich einfach groß geworden das hat mich einfach so krass geprägt
00:57:50: das war einfach so genial auch,
00:57:53: wie heißt man genau ich hatte einen Freund in der Nachbarschaft der war ab und
00:57:57: zu bei seinen Oma und Opa, die neben uns gewohnt haben und wenn er da war,
00:58:00: haben wir uns um 19.15 Uhr vor RTL 2 gesetzt und die neue Folge Dragon Ball geguckt,
00:58:05: alles andere gab es ja noch nicht gar kein Streaming, gar nichts und das hat mich sehr geprägt.
00:58:12: Sodass ich auch irgendwie schon immer so so natürlich irgendwie so mich zu Japan
00:58:17: hingezogen gefühlt habe.
00:58:18: Einfach weil es für mich die große weite Welt ist. Das ist ganz anders als hier.
00:58:22: Dann hast du natürlich diesen Riesen-Impact, was so Videospiele angeht,
00:58:26: Manga, Anime-Kultur, von der ich sehr viel mitgenommen habe.
00:58:30: Ich mochte die Musik sehr gerne.
00:58:32: Es gab damals schon, wo ich so 15, 16 war, habe ich optisch sehr japanischen
00:58:36: Rockbands nachgeeifert, die sehr lustige, gefärbte Haare hatten,
00:58:41: auch Make-up-technisch sehr auffällig waren.
00:58:44: Das war einfach alles das komplette Gegenteil zu dem langweiligen Osten,
00:58:48: in dem ich da groß werden musste.
00:58:49: Und dementsprechend war für mich dann klar, ich will da auf jeden Fall irgendwo
00:58:53: mal hin und das Ganze mir angucken.
00:58:55: Und da war es dann so, dass ich, ich war zur Mediakraftzeit damals schon,
00:59:00: war ich, ich überlege, das muss so 2013 gewesen sein,
00:59:07: bin ich schon mal nach Japan geflogen, damals mit meiner Frau zusammen,
00:59:11: die hat dann auch bei Mediakraft gearbeitet.
00:59:12: Wir waren schon mal sehr gut darin, beim gleichen Arbeitgeber zu arbeiten.
00:59:15: Das hat es dann leichter gemacht.
00:59:17: Und wir sind dann damals dahin, da habe ich dann Videos produziert.
00:59:20: Das war aber eher so ein Arbeitstrip. Da habe ich schon zum ersten Mal so Tokio
00:59:22: gesehen. Da war ich aber nur in Tokio.
00:59:24: Und habe dann auch festgestellt, so boah, krass ey, diese große Stadt,
00:59:27: so Japan, da funktioniert die Technik auch einfach.
00:59:31: Das ist alles so deutlich besser und genialer.
00:59:34: Alleine, dass du dir, das musst du dir überlegen, du sitzt in Deutschland oder
00:59:38: im Flugzeug, dann packst du
00:59:39: dir bei Apple Wallet, packst du dir eine Suica-Karte, so heißt das, drauf,
00:59:43: ne, einfach, das ist so der öffentliche Verkehrsbetriebe-Karte,
00:59:46: ne, du musst dich nicht irgendwo anmelden, ne, du packst es einfach drauf,
00:59:49: dann kannst du von Apple Pay da Geld draufschieben und das ist einfach nicht nur dein Fahrausweis,
00:59:54: da hältst du einfach dein Handy nur gegen die ganzen Automaten gegen und das
00:59:57: passiert alles automatisch, du kannst damit auch an Automaten zahlen und du
01:00:01: brauchst keine Zusatz, es funktioniert einfach, das ist einfach, ich denke,
01:00:05: Wahnsinn, es könnte alles so einfach und so gut sein,
01:00:09: und, ähm, nachdem mit der damals in Japan waren, habe ich dem Ganzen immer so
01:00:12: ein bisschen hinterher getrauert, weil ich mir gedacht habe,
01:00:13: boah, ich würde eigentlich echt gerne nochmal,
01:00:15: jetzt wo ich auch natürlich nicht mehr ein studentisches Gehalt habe,
01:00:19: nochmal gerne hin und natürlich auch, muss ich fairerweise sagen,
01:00:21: Japan ist gerade extrem billig, wenn man vor Ort ist, weil der Yen-Kurs so gut
01:00:25: ist für uns, für unsere Verhältnisse.
01:00:27: Man zahlt dafür eine richtig gute, ausreichende Hauptmahlzeit, frisch 6 Euro.
01:00:32: Also da lacht man hier in Deutschland drüber. Und ja, das ist ja schon Schweizer
01:00:35: Verhältnisse im Vergleich hier, wenn wir das vergleichen. Und.
01:00:39: Dann hatte ich einen guten Freund, der zu mir gesagt hat, ja,
01:00:44: er macht jetzt so einen zwei Wochen Alleintrip nach Japan, weil er sich das
01:00:47: auch mal erfüllen wollte.
01:00:49: Und dann habe ich zu ihm gesagt, ey, guck mal, am 2. und 3. März ist der Marathon in Tokio.
01:00:54: Eigentlich hätte ich voll Bock, den zu laufen, weil ich läuferisch zwischendurch
01:00:57: ja auch aktiv geworden bin. und aber durchs Kind halt einfach dauerhaft krank
01:01:01: irgendwie gefühlt bin und nicht mehr so viel machen, dachte ich mir,
01:01:03: das ist eigentlich eine gute Idee.
01:01:04: Dann habe ich diese Jux-Idee meiner Frau erzählt und die meinte,
01:01:07: du pass auf, Kind ist alt genug, kriege ich hin, wenn du da zehn Tage hin willst, mach das.
01:01:11: Und dann habe ich gesagt, ja, dann nehme ich dich jetzt beim Wort.
01:01:13: Und dann habe ich gepucht und dann ist es auch dieses Jahr passiert.
01:01:17: War für mich total ungewohnt, weil ich sehr viel auch so strukturell mit dem Kind einfach mache.
01:01:22: Ich stehe mit dem frühs auf, ich bringe den in den Kindergarten.
01:01:24: Meistens bin ich der, der den abholt und bin da sehr eng einfach mit dem Kind zusammen.
01:01:32: Und dann auch dieses, ich bin aber auch jemand, der gerne die Kontrolle mag,
01:01:36: also ich weiß schon gerne, wie die Abläufe sind und den kontrollierten Alltag habe,
01:01:40: und das aufzugeben und zu sagen, okay, ich drehe jetzt hier zehn Tage frei,
01:01:43: ich muss nicht noch mit dem Hund raus, ich kann jetzt hier machen,
01:01:46: das war total überwältigend irgendwie erst mal im ersten Moment,
01:01:48: aber auf der anderen Seite halt auch schön.
01:01:50: Weil ich einfach da reisen konnte, machen konnte, die Zeit genießen konnte.
01:01:56: Und wenn ich irgendwie einfach nur am MacBook saß und im Starbucks saß in Japan
01:02:00: und mich daran erfreut habe, dass da gerade die ganzen Trinkbecher mit Kirschblüten
01:02:05: sind, weil da gerade die Kirschblüten so kurz bevor standen,
01:02:08: das war einfach fantastisch.
01:02:09: Und hat mir wieder gezeigt, so Wahnsinn, das ist einfach, hier ist die große Welt.
01:02:13: Ich bin so weit weg von zu Hause und hier passiert so viel und es funktioniert einfach.
01:02:18: Und im Gegensatz zu der ersten Reise war es dann so, dass ich natürlich,
01:02:21: wie du auch schon sagtest, dann nicht nur Tokio mitgenommen habe, sondern auch Osaka,
01:02:25: Kyoto und wir waren auch in Nara, wo diese ganzen Hirsche sind und diesmal so
01:02:29: ein bisschen mehr Kultur noch mitgenommen habe und da auch festgestellt habe, dass Osaka,
01:02:34: für die, die es interessiert, eigentlich ein Stück weit fast noch cooler ist
01:02:38: als Tokio, was die Menschen angeht.
01:02:40: Bei Tokio sind alle sehr straight, du darfst nirgendwo rauchen.
01:02:44: Das ist alles sehr, sehr strikt.
01:02:47: Und in Osaka laufen die Leute halt einfach mit Kippe in der Hand rum.
01:02:50: Die geben so ein bisschen so einen Fick auf die ganzen klassisch krassen Vorgaben.
01:02:59: Und da wirkt das Leben so ein Stück weit leichter. Das fand ich richtig cool.
01:03:03: Aber Tokio, also allgemein, das hat auf jeden Fall meinen Horizont erweitert.
01:03:06: Und auf jeden Fall will ich da auch wieder hin, weil Japan ist ja echt riesig.
01:03:11: Es gibt da auch noch so eine Tempelregion, wo so 80 Tempel in so einem Umkreis
01:03:19: von 400 Kilometern liegen.
01:03:20: Und da würde ich eigentlich, das ist so ein finales Thema, wenn das Kind gesundheitlich
01:03:25: aus der Kita raus ist und dann hoffentlich ein bisschen stabiler ist,
01:03:28: dann würde ich da gerne darauf hinauftrainieren, dass ich diese ganzen Tempel
01:03:31: in zwei Wochen einmal ablaufe.
01:03:33: Das ist so mein Long-Term-Ziel, was Japan betrifft.
01:03:37: Ansonsten kann ich das nur jedem empfehlen. Also das ist auch,
01:03:40: wenn wir immer über Urlaub reden und Leute mir dann Sachen vorschlagen,
01:03:42: dann sage ich immer, ey, juckt mich alles gar nicht. Ich wäre eigentlich ein Gemüsen bei Japan.
01:03:47: Müssen wir jetzt eigentlich diesen Part als Anzeige oder Werbung kennzeichnen?
01:03:53: Ich glaube, der japanischen Wirtschaft tut es gut, wenn da noch mehr Deutsche
01:03:57: hinfahren, damit die mal wieder ein bisschen Geld umsetzen. Philipp?
01:04:04: Und du schaust jetzt einmal in die Zukunft.
01:04:09: Ja. Und wir schauen jetzt, du bist ja nach wie vor ein junger Mensch.
01:04:17: Und wir gucken jetzt, wir spulen 40 Jahre vor.
01:04:21: Mhm. Was denkt der Philipp in 40 Jahren über den Philipp-Kreis?
01:04:29: In fünf Jahren. Ich weiß, das ist grammatikalisch ein bisschen herausfordernd und intellektuell.
01:04:34: Ich wusste, dass es dich fordert. Mathe, Abi, vier Punkte.
01:04:39: Pass auf. Du bist jetzt 33, 34, 32?
01:04:45: Ja? Okay. Alles ist richtig? 33.
01:04:48: Philipp mit 73. Was denkt Philipp?
01:04:54: Schaut auf Philipp mit circa 40 zurück. Was denkt der Philipp.
01:05:02: Das ist eine sehr schwierige Frage, wirklich, die auch therapeutisch,
01:05:06: glaube ich, bei mir auch ein Thema sein könnte, weil ich, na,
01:05:11: das, also, es wäre wünschenswert, wenn ich,
01:05:21: na, das ist, jetzt hasst du mich, nicht.
01:05:24: Das ist wirklich, also ich würde gerne mehr für mich machen.
01:05:29: Also ich hoffe, dass ich, ich hoffe, meine Hoffnung ist,
01:05:33: dass der 73-jährige Philipp über den 40-jährigen Philipp dann entsprechend sagt,
01:05:40: ey, geil, dass der mit 33, 34 die Kurve gekriegt hat und auch mal mehr an sich gedacht hat.
01:05:46: Dahingehend, dass er mehr Sachen auch gemacht hat für sich, auch wenn die komplett
01:05:50: sinnlos sind, weil ich aktuell halt einfach nach wie vor feststecke,
01:05:53: in so einer Geschichte, alles, was ich mache, muss irgendeinen Sinn erfüllen.
01:05:57: Im Sinne von, muss Geld bringen, muss irgendwie Leistung erbringen, sowas.
01:06:01: Da stecke ich sehr krass drin fest und auch einfach dann einmal nur so das Leben
01:06:05: zu genießen, einfach mal zu machen, ohne dass da jetzt irgendwas bei rausspringt,
01:06:09: sondern einfach der Freude wegen.
01:06:10: Das wäre auf jeden Fall meine Hoffnung, dass der alte Philipp,
01:06:14: das vom 40-jährigen Philipp, da denken sie, boah, da hat er die Kurve bekommen
01:06:17: und ab dem wurde es auch ein wenig entspannter. Das wäre eigentlich meine größte Hoffnung.
01:06:24: Toi, toi, toi, dass dir das gelingt.
01:06:26: Music.
01:06:38: Ich begrüße jetzt meinen Kollegen Tobi, der sich das Gespräch mit Philipp in
01:06:43: aller Ausführlichkeit angehört hat und mit mir jetzt darüber reden wird,
01:06:47: was Philipp Steuer eigentlich dazu motiviert, der Philipp Steuer zu sein,
01:06:51: als den wir ihn aus diesem komischen Internet kennen.
01:06:56: Tobi, welche Treiber hast du bei Philipp identifizieren können?
01:07:03: Philipp ist, wenn man so will, ein Tausendsasser, der in seinem Leben wohl schon
01:07:09: so einige Interessen und Passionen hatte.
01:07:13: Einige, die bleiben, einige, die wechseln.
01:07:17: Und das spiegelt sich in den Treibern dann natürlich auch wieder,
01:07:20: wenn man all das, was er macht, was ihn ausmacht, destillieren will.
01:07:24: Und die drei Treiber, die ich identifiziert habe, wären einmal Neugier und Immersion,
01:07:32: Passion und Teilhabe und Empathie für andere und immer mehr auch für sich selbst.
01:07:41: Okay, lass uns da mal kurz Luft holen, weil da kannst du ja nicht einfach so
01:07:45: ein Wort wie Immersion droppen und dann hoffen, dass wir alle verstehen,
01:07:49: was du damit meinst. Deswegen lass uns aber ein bisschen tiefer eintochen.
01:07:53: Neugier ist mir bewusst was, aber meinst du mit Neugier und Immersion?
01:07:58: Immersion ist ein Begriff, der aus der Computerspiel-Welt kommt und darüber
01:08:03: habt ihr ja auch ganz viel gesprochen, über das FIFA-Zocken am PC,
01:08:07: was Philipp gemacht hat und was er tatsächlich genutzt hat,
01:08:10: um, wie es so viele tun, die Computerspielen, der wirklichen Welt so ein bisschen
01:08:17: zu entkommen, beziehungsweise gar nicht zu sehr zu entkommen,
01:08:20: sondern einfach sie zu bereichern durch andere Möglichkeiten,
01:08:24: die die virtuelle Welt und dann später auch immer mehr das Internet bieten.
01:08:31: Und dementsprechend dann auch die Neugier für die neuen Welten.
01:08:35: Ganz genau. Also das wird sicherlich noch vorher gewesen sein,
01:08:38: dass Philipp schon immer einfach interessiert ist an Dingen am Leben.
01:08:43: Dann irgendwann das Zocken für sich gefunden hat, die Computerspiele.
01:08:47: Aber sich das einfach durch sein ganzes Leben zieht. Also das Aufgewachsen in
01:08:51: Thüringen, davon hat er erzählt.
01:08:53: Und er wollte schon immer über den Tellerrand schauen. Heute macht er das ja
01:08:56: sogar auch mit dem Thema Ernährung wortwörtlich, wenn man so will.
01:09:01: Probiert immer wieder neue Dinge aus stürzt sich in neue Situationen probiert Tools,
01:09:06: Technologien Social Media Plattformen aus und hat einfach so eine Offenheit
01:09:11: und eine kindliche Neugier, wenn man vielleicht sogar will für all die Dinge, die,
01:09:17: in der Welt so passieren vor allem eben in der virtuellen Welt,
01:09:21: hatte Pokémon Digimon und Dragon Ball noch genannt so als Zugang in frühester
01:09:26: Kindheit, passend sondern auch mit dem Bogen zu der Japan-Reise,
01:09:31: die er gemacht hat, von der er auch berichtet hat,
01:09:33: und da einfach Dinge entdecken will und dann wirklich auch tief eintaucht in diese Themen.
01:09:41: Was du ja, glaube ich, per se einfach brauchst, dass du nicht sagst, ich bin, keine Ahnung,
01:09:46: ich bin irgendwie ein Twitter-User oder ich bin irgendwie ein YouTuber,
01:09:49: sondern, ich meine, Philips Selbstdefinition als Creator oder aber eben jemand,
01:09:54: der Inhalte erschafft, lässt sich dann eben auch nicht auf einen Kanal fixieren
01:09:59: und eben auch nicht von einem Kanal abhängig werden,
01:10:01: wenn du dann eben tatsächlich so neugierig bist, wie es ist.
01:10:07: Ganz genau. Also das ist definitiv etwas, dass er zwar in den Momenten selber
01:10:12: richtig tief eintaucht,
01:10:14: aber auch immer wieder quasi den Kopf nach oben nimmt und schaut,
01:10:17: was gibt es denn links und rechts noch, was könnte noch irgendwie interessant
01:10:19: sein, was ist das nächste Ding, mit dem er sich beschäftigt und wo er andere
01:10:24: dann letztendlich auch teilhaben lassen will, wenn man das direkt nehmen will.
01:10:30: Zur Überleitung zu dem zweiten Treiber, Passion und Teilhabe.
01:10:34: Klar, die Passion findet sich einfach in der Art und Weise, wie Philipp an die Dinge rangeht.
01:10:41: Es geht sogar unter die Haut, sein Google-Plus-Influencer-Dasein hat er seinerzeit
01:10:47: mit einem Tattoo gewürdigt.
01:10:49: Die Eltern werden sich erinnern, sowohl an Google-Plus wie auch an das Tattoo,
01:10:53: dass es ja heute auch so nicht mehr einfach mal so zu sehen gibt,
01:10:57: weil er es mit einem anderen Tattoo überdeckt hat. Ja, genau, genau.
01:11:02: Aber ja, also wenn Fan, dann richtig. Aber auch nicht nur eben für sich selber,
01:11:07: sondern auch mit dem Wunsch oder getrieben vielleicht sogar dadurch,
01:11:11: andere an seiner Passion, an dem auch teilhaben zu lassen.
01:11:15: Er selber hat es gesagt in eurem Gespräch, dass auf der Frage,
01:11:20: was sein Antrieb ist, dass er gerne Wissen aufnimmt und auch Anerkennung dafür
01:11:27: bekommt, dieses Wissen zu haben, zu teilen.
01:11:29: Er liebt es, Dinge zu erklären, anderen Leuten einfach auch den Weg zu ebnen,
01:11:35: zu einem Tool, einer Technik, einer Lebensweise.
01:11:41: Und so hat er es auch gesagt, zu seiner früheren Karriere.
01:11:47: Karrierestation, wenn dann dann auch Bezahlung on top kommt,
01:11:49: dann ist das eine Top-Kombi.
01:11:51: Das braucht aber vor allem dann eben diese Technik und Medienaffinität,
01:11:55: die er einfach sich komplett durch seinen Lebenslauf auch zieht.
01:11:59: Egal welches Netzwerk es war, er wollte es immer verstehen.
01:12:03: Ich selber habe ihn auch quasi kennengelernt durch, ich glaube,
01:12:06: seinen Snapchat-Guide und dann hat er einen Krypto-Guide gemacht und so weiter.
01:12:10: Also ganz viele Dinge, viele Punkte einfach, wo er andere daran teilhaben lässt.
01:12:17: Da auch ganz spannend, weil wir natürlich auch hier viel über ihn sprechen,
01:12:22: fand ich seine Ausführungen, wie man bei den FIFA-Spielen überhaupt so gut wirkt.
01:12:28: Und da meint er ja auch, dass es auf ein starkes Team, also eine starke Umgebung
01:12:32: ankommt, mit der man sich irgendwie austauschen kann, wo man gegenseitig voneinander
01:12:36: lernen kann, profitieren kann.
01:12:38: Das ist sicherlich auch was, was er zusammen mit seiner Frau Nadine erlebt,
01:12:44: dass die beiden einfach ja auch im Tandem, im Duo wunderbar funktionieren,
01:12:49: vor dem Podcast-Mikro, als auch im echten Leben.
01:12:52: Und ja, er nimmt andere einfach gerne mit auf seine Reise und ist da sehr transparent.
01:13:02: Was letztlich auch so ein kleines bisschen voraussetzt, dass man ein gutes Gefühl
01:13:06: für die anderen hat, was du ja dann auch entsprechend mit der Empathie umschreibst.
01:13:11: Und ich würde sogar sagen, dass das bei Philipp nicht nur eine Fertigkeit ist,
01:13:17: die er auf Menschen anwenden kann, sondern eben tatsächlich auch auf Tiere und
01:13:20: ihr Wohlbefinden und ihre Interessenslage.
01:13:25: Ganz genau. Die Episode, wie er selber gemerkt hat, dass an seiner Ernährung
01:13:32: etwas nicht stimmen könnte,
01:13:35: im Sinne von, dass es dabei eben nicht nur um ihn geht, sondern andere Lebewesen,
01:13:41: eben Tiere, dafür ein Leid erfahren müssen.
01:13:46: Diese Doku, die er gesehen hat und dass die Tiere auf dem Weg zum Schlachter
01:13:50: Angst empfinden, so als so ein Erweckungsmoment. Und das symbolisiert das definitiv ganz, ganz klar.
01:13:59: Und aber eben auch, genau wie du sagst, sich in andere Reihen versetzen zu können,
01:14:02: in Menschen zu verstehen, wie funktionieren Menschen, was interessiert die.
01:14:09: Wenn man ihm zum Beispiel bei
01:14:10: Instagram auch folgt, fragt Philipp immer wieder, was interessiert euch.
01:14:15: Ich habe gemerkt, mit den und den Themen, das kommt nicht so gut an,
01:14:20: aber das Format dann irgendwie schon.
01:14:22: Und er lässt sich da auch immer genug Raum, Gestaltungsraum auf das Feedback
01:14:29: von anderen zu reagieren, das mit einzubeziehen in seine Arbeit.
01:14:33: Und um da wieder den Bogen zu spannen, weil der Treiber hieß ja Empathie für
01:14:39: andere und immer mehr für sich selbst,
01:14:41: ist es natürlich nicht nur so, dass ihm positives und wohlwollendes Feedback
01:14:45: entgegenschlägt, sondern natürlich auch ZweiflerInnen oder Leute,
01:14:49: die nichts Besseres zu tun haben, als andere Leute zu kritisieren und sich daran auszulassen.
01:15:00: Und gerade deswegen für jemanden wie ihn, der so öffentlich dann am Ende ja
01:15:06: auch präsent ist, ist es dann wichtig, eine Abgrenzung zu finden.
01:15:10: Einerseits eben zu diesen anderen, die mit Kritik und nicht sachlicher Kritik
01:15:16: um die Ecke kommen und dabei dann eben auch sich selbst irgendwie treu zu bleiben.
01:15:22: Oder, wie er auch berichtet hat, aufgrund seiner Therapieerfahrung überhaupt
01:15:27: erst zu sich zu finden und zu erkennen, wer bin ich eigentlich?
01:15:31: Und damit dann auch seine eigene Erziehung auch zu hinterfragen,
01:15:37: um ein besserer Mensch, ein besserer Vater, wie auch sagt werden.
01:15:42: Das ist nicht selbstverständlich und beeindruckend, definitiv.
01:15:48: Gleichzeitig sagt er auch, dass er ein Selbstbewusstsein zwar irgendwie schon
01:15:53: immer hatte, aber durch sein Anderssein vielleicht auch immer mehr angeeckt
01:15:56: ist, aber über die Jahre einfach gelernt hat damit, dass er so passt.
01:16:04: Philipp macht sein Ding und das macht er auf herausragende und beeindruckende eine Art und Weise.
01:16:11: Und es ist immer eine große Freude, ihn zu beobachten, neue Dinge zu entdecken,
01:16:17: eben mit dieser kindlichen Neugier, die er sich erhalten hat und die er sich
01:16:20: auch hoffentlich noch weiter behält.
01:16:24: Mit Referenz auf einen anderen Podcast, damit ist alles gesagt.
01:16:28: Vielen Dank, Tobi. Und euch vielen Dank fürs Zuhören.
01:16:32: Auch wir würden uns natürlich total freuen, zu wissen, ob es irgendetwas gibt,
01:16:36: was euch interessiert und was wir hier behandeln sollen. sondern vielleicht
01:16:40: mit einem speziellen Mensch.
01:16:41: Music.
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